Renngemeinschaft mit Martin Fanger

SÜDAFRIKA ⋅ Simon Vitzthum wird im März zum ersten Mal am legendären Mehretappenrennen Cape Epic teilnehmen. Dort startet er gemeinsam mit Martin Fanger, mit dem der Bischibikes-Fahrer auch im Weltcup eine Partnerschaft eingeht.
02. Dezember 2017, 09:04

Der bald 23-jährige Rheinecker bleibt in seiner ersten Saison als Elitefahrer beim Team Bischi­bikes: «Ein Profiteam zu finden, war nahezu aussichtslos.»

Grosse Anstrengungen dazu hat Simon Vitzthum allerdings nicht unternommen. Er ist zufrieden mit seiner Situation – gerade, weil er im Velogeschäft seines Teamchefs Christof Bischof mit offiziell einem 50-Prozent-Pensum arbeiten kann, «obschon ich die 50 Prozent nur dann erreiche, wenn ich nicht unterwegs bin.»

Und die Abwesenheiten für Trainings und Rennen bleiben beträchtlich, dieses Pensum wird als Elitefahrer eher sogar steigen. Letzte Woche war Vitzthum an einem Kurs in Magglingen, nächste Woche geht’s für zwei Wochen ins Trainingslager an die Wärme. Im Januar steht ein weiterer Trainingsblock an.

Der Verbleib bei Bischibikes wurde Vitzthum auch dadurch erleichtert, weil mit dem Widnauer Robin Spiess ein U23-Fahrer zum Rorschacher Team stösst, der regional an der Spitze fährt und auch national schon punktuell Akzente setzen konnte.

Allerdings setzt Vitzthum auch in der Kategorie Elite vornehmlich auf die Weltcuprennen, und dort kann ihm sein Team keine Unterstützung geben. Zudem kann er in seiner ersten Elitesaison nicht mit Aufgeboten des Nationalteams rechnen. «Deshalb bilde ich mit Martin Fanger, der ebenfalls für ein kleineres Team (Price Bikes) fährt, eine Renngemeinschaft.» Dadurch können der Obwaldner und der Rheintaler Kosten teilen und gemeinsame Betreuer anstellen.

660 Kilometer an acht Renntagen zum Saisonstart

Der Weltcup-Auftakt erfolgt bereits am 10. März im südafrika­nischen Stellenbosch. Noch vor dem Mehretappenrennen Cape Epic, das ebenfalls in Südafrika stattfindet. Dort wird Vitzthum vom 18. bis 25. März zum ersten Mal an den Start gehen, eben­-falls gemeinsam mit Martin Fanger. Das Cape Epic ist einer der härtesten Prüfungen im Mountainbike. Als Duo bewältigen die Fahrer an acht Renntagen eine Strecke von 660 Kilometern mit 13 500 Höhenmetern: «Das nächste Weltcuprennen findet erst am 20. Mai statt, so bleibt mir genug Zeit für die Regeneration.»

Ein Weltcup in der Schweiz steht dieses Jahr nicht auf dem Programm, weil vom 4. bis 9. September die Weltmeisterschaften in Lenzerheide stattfinden. Dass sich Vitzthum im ersten Jahr als Elitefahrer im starken Schweizer Team dafür qualifiziert, ist nicht wahrscheinlich.

Aber, wer weiss? Er hat dank seiner Leidensfähigkeit schon oft unmöglich Scheinendes möglich gemacht.

 

Yves Solenthaler


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