Mit Handschlag über der Fahne

RORSCHACH ⋅ 26 St. Galler Aspirantinnen und Aspiranten haben ihre Ausbildung an der Polizeischule Amriswil erfolgreich abgeschlossen und wurden zu Polizisten und Polizistinnen befördert.
30. September 2017, 05:19
Max Pflüger

Max Pflüger

Die schlichte Feier im Carmen-Würth-Saal am Bodensee wur­- de musikalisch stimmungsvoll umrahmt von der Polizeimusik St. Gallen unter der Leitung von Ivo Mühleis. Die Festansprache hielt in Vertretung des Vorstehers des Sicherheits- und Justizde­partements, Regierungsrat Fredy Fässler, sein Generalsekretär Hans-Rudolf Arta, die Brevetierung erteilte Polizeikommandant Bruno Zanga.

Unter den 26 Aspirantinnen und Aspiranten waren auch sechs junge Rheintaler und Rheintaler­innen: Christoph Benker aus Diepoldsau, Daniel Branden­berger und Tanja Lummer aus Heerbrugg, Sacha Walter aus Rebstein, Benjamin Wegmüller aus Altstätten und Michael Zimmer aus Oberriet.

Interessanter Einblick in die Polizeiarbeit

Ein Jahr lang haben sie an der interkantonalen Polizeischule Amriswil das Rüstzeug für den verantwortungsvollen Beruf erworben und sich körperlich, technisch und menschlich für die grosse Aufgabe an der Gemeinschaft fit gemacht.

Mit einem interessanten Film vermittelten die Aspiranten den rund 160 Gästen, Freunden und Verwandten einleitend einen lebendigen Eindruck von ihrer abwechslungsreichen Ausbildung. In kurzen, zum Teil fast krimireifen Szenen zeigten sie Übungen an der Waffe, Lektionen in Hundeführung, Rettungen von Verletzten aus gefährlichen Situationen und Erste-Hilfe-Übungen. Man begleitete sie zu Observationen und sah sie im Nahkampf Mann gegen Mann, beim Verhaften und Abführen oder beim Löschen eines Autobrands.

Aber auch ganz alltägliche Polizeiarbeit wurde gezeigt: Verkehrskontrollen und Verkehrs­regelung. Und lustig hatten die Polizeischüler es bisweilen auch, so etwa auf einer Alpsteinwan­derung .

Die Bevölkerung hat Vertrauen in die Polizei

Mit der Brevetierungsfeier am Freitagabend ging für die Aspirantinnen und Aspiranten ein Traum in Erfüllung. Für viele wohl ein Jugendtraum, meinte Polizeikommandant Bruno Zanga: Polizist werden!

Da Regierungsrat Fredy Fässler verhindert war, sprach sein Generalsekretär zu den frisch­gebackenen Polizistinnen und Polizisten. In seiner Festansprache stellte er die sozialen Aspekte der Polizeiarbeit in den Mittelpunkt. Die Polizei geniesse in der Schweiz ein hohes Vertrauen. Mit grossem Abstand sogar mehr Vertrauen, als alle anderen Institutionen. Und Dank der Polizei geben 93 Prozent der Befragten an, dass sie sich in der Schweiz «sehr sicher» oder immerhin noch «eher sicher» fühlen.

Als wichtigsten Pfeiler dieses Vertrauens sieht Arta den Menschen, der die Polizeiarbeit leistet. Und dann fügte er hinzu: «Seien Sie sich aber bewusst, dass Sie, auch wenn Sie Uniform tragen, Menschen, keine Übermenschen sind. Ich meine dies so», erklärte er, «dass Sie nicht für jede Fehlentwicklung in der Gesellschaft persönlich verantwortlich sind, und auch nicht alle Probleme der Gesellschaft persönlich lösen müssen. Auch Sie sollten sich abgrenzen können und dürfen.»

Vom Aspiranten zum Polizisten

Dann vollzog der Polizeikommandant mit einem Handschlag über der Kantonsfahne persönlich die Brevetierung jedes Einzelnen nach alter Zeremonie: «Aspirantin Tanja Lummer» – Handschlag – «Polizistin Tanja Lummer.» Einer nach dem andern trat zum Fahnentuch.

Im Anschluss an die Brevetierung sangen die Polizistinnen und Polizisten mit den Gästen die Landeshymne und liessen die Feier beim Apéro ausklingen.

Weitere Bilder von der Brevetierung der Kantonspolizisten finden sich auf rheintaler.ch unter Bilderstrecken.

 


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