Jugendliche machen Radio

AU ⋅ Jugendliche erstellen während einer Woche ein eigenes Radioprogramm. Zu hören ist es heute über die Frequenz UKW 94.2 oder online www.powerup.ch.
07. Oktober 2017, 08:50
Benjamin Schmid

Benjamin Schmid

In den Herbstferien bietet die Offene Jugendarbeit ein Sonderprogramm für Jugendliche zwischen zwölf und 16 Jahren an. Während einer Woche übernehmen die Heranwachsenden die Aufgaben einer Radioredaktion und gestalten ihre eigenen Sendungen. Diesen Samstag, am Tag der offenen Tür des Jugendtreffs, zwischen 10 und 17 Uhr, sind alle Beiträge zu hören. Ob Recherche, Interviews oder Moderation – die Kinder sind für alles selber verantwortlich.

Alternatives Herbstferienprogramm

«Als ich während meines Praktikums im Kinderdorf Pestalozzi mit dem Powerup-Radio in Kontakt kam, dachte ich mir, dass ich während meiner späteren Tätigkeit gerne selbst mit Jugendlichen eine Radiosendung erstellen würde», sagt Lara Robe von der Jugendarbeit Au. Bereits im letzten Herbst startete sie die Planung für das Projekt zusammen mit Sozialarbeiter Mathieu Bühler. Ziel sei es, den Kindern ein spannendes und abwechslungsreiches Angebot zu bieten, bei dem sie selbstständig von der Idee bis zur Umsetzung kreativ mitwirken können.

«Jeder bringt sich dort ein, wo seine Neigungen und Talente sind», sagt Bühler und ergänzt: «Die Teenager sollen ihre Sicht der Dinge darlegen und Themen anschneiden, die sie beschäftigen.» Der Rahmen für die Projektwoche sei bewusst lose gestaltet worden, schliesslich kommen die Kinder freiwillig in ihren Ferien. «Es soll kein Schulprogramm sein», sagt Robe und fügt hinzu: «Dennoch versuchen wir, ein pädagogisch wertvolles Programm aufzuziehen, das den Jugendlichen Freiräume bietet und gleichzeitig auch ihre Kreativität fördert.»

Jede Stimme zählt und ist wichtig

Unterstützung erfährt das Projekt einerseits durch die Gemeinde, andererseits durch die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi. Seit 17 Jahren geht die Stiftung mit ihrem Kinder- und Jugendradio Power­up-Radio live auf Sendung. Jugendliche sollen dadurch angeregt werden, sich mit der Welt auseinanderzusetzen, sich Gedanken zu machen und Fragen zu stellen: «Hier können sie sich austoben, ausprobieren und auf spielerische Weise schwierige Themen behandeln», sagt Ad­rian Strazza, Pädagoge Radioprojekte Stiftung Kinderdorf Pestalozzi.

Dass in der Bildung der Schlüssel für ein friedliches und gemeinsames Zusammenleben liege, sei längst bekannt. Gefehlt haben bislang geeignete Gefässe, die den Jugendlichen eine kreative Beschäftigung und zugleich meinungsbildende Momente ermöglichen. «Dafür steht der Radiobus», sagt Strazza und ergänzt: «Wir wollen Kinderrecht erlebbar machen und vermitteln. Wir stehen für Vielfalt und gegen Ausgrenzung und Rassismus.»

Eine Sendung, viele Geschichten

«Trotz Unterstützung von unserer Seite setzen die Mädchen und Buben ihre eigenen Themen um», sagt Robe. Neben einem Schulporträt werde auch der Jugendtreff in einem Beitrag dargestellt. Besonders gespannt sein darf die Hörerschaft auf die Interviews mit dem Gemeindeprä­sidenten Christian Sepin und dem Balgacher Musiker Crimer. Selbstverständlich fehle es auch nicht an humorvollen und lustigen Beiträgen sowie ernsten und kritischen Reportagen. Gemäss Bühler seien während der Live-Sendung alle Interessierten herzlich eingeladen, beim Radiobus an der Walzenhauserstrasse 11 vorbeizukommen und Teil der Sendung zu werden. «Es warten spannende Einblicke, interessante Begegnungen und eine fantasievolle Radiosendung von Jugendlichen für Jugendliche», sagt Bühler.


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