Jugend schreibt für «D(ich!)»

MONTLINGEN ⋅ Richa Huber leitet die Redaktion des Jugendmagazins «D(ich!)». Sie und ihr Team sind am Jugendprojekt-Wettbewerb für ihr publizistisches Wirken nominiert.
27. Oktober 2017, 05:19
Monika von der Linden

Monika von der Linden

Auf dem grossen Tisch in ihrer Stube hat Richa Huber Unterlagen ausgebreitet. Normalerweise bereitet sie sich so auf eine Redaktionssitzung vor. Die 23-jährige Frau aus Montlingen leitet nämlich die Redaktion des Jugendmagazins «D(ich)!», das vom «Pfarreiforum» zweimal jährlich herausgegeben wird. Die vierte Ausgabe erscheint demnächst in einer Auflage von 110415 Exemplaren.

Heute ist Richa Huber ein wenig aufgeregt. Denn das nächste Zusammentreffen im Team dient nicht der redaktionellen Arbeit. Dieses Mal gilt es, der Gruppe Jugendlicher und junger Erwachsener im Alter von 15 bis 23 Jahren Aufmerksamkeit zu widmen. Die Plattform dafür ist der 13. Interregionale Jugendprojekt-Wettbewerb, dessen regionale Vorausscheidung am Samstag in Buchs ist. Die Macher des Magazins sind in der Region (Kantone St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden) eines von zwölf nominierten Projektteams.

Vom Jubiläums-Projekt zur festen Einrichtung

Die Herausgabe des Magazins hat als Jubiläums-Projekt des «Pfarreiforums» begonnen. Stephan Sigg ist Redaktionsleiter des bischöflichen Publikationsorgans. Er kennt Richa Huber als vielseitig tätige junge Frau, im Journalismus und in der kirchlichen Jugendarbeit. Gemeinsam erarbeiteten die beiden Anfang 2016 das Konzept und stellten das Redaktionsteam zusammen. Auf die erste Ausgabe erhielten die jungen Menschen viele positive Rückmeldungen und Abo­anfragen von Religionslehrern oder Jugendtreffleitern. Das Bistum St. Gallen, der Katholische Konfessionsteil und die Hauptversammlung des Vereins Pfarreiforum gaben ihre Zustimmung für eine unbefristete Fortsetzung.

Seither haben sich die vierzehn Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu einem funktionierenden Team gefunden. Bedingt durch die Altersspanne von acht Jahren, die im Bistum verstreuten Wohnorte und die schulischen sowie beruflichen Hintergründe sind die Redaktionsmitglieder ziemlich unterschiedlich. Sie haben aber gemeinsam, dass sie publizieren wollen und sich jede und jeder mit der eigenen Stärke dafür engagiert. «Weil wir uns nicht oft treffen können, haben wir eine WhatsApp-Gruppe eingerichtet», sagt Richa Huber. Das Kommunikationsmittel nutzt das Team, um Termine zu finden und sachlich zu diskutieren. Aktuell dient die App der Abstimmung untereinander in Bezug auf die Präsentation am Samstag.

«Ich spüre bei jedem Einzelnen eine grosse Bereitschaft, ­voranzukommen und ein gutes Produkt abzuliefern», sagt Richa Huber. Fortschritte sieht sie zum Beispiel im Textaufbau. «Anfangs habe ich oft wiederholt, dass sich ein Artikel in Titel, Lead und Lauftext gliedert. Jetzt hält sich jeder selbstverständlich daran und es vergisst niemand, Zwischentitel zu setzen.»

Jugendliche bestimmen die Themen selbst

Jede Ausgabe besteht aus einem Mix an Themen, die die Jugend widerspiegeln – die Autoren und Leser. Deshalb wählt das Team die Themen in der Redaktionssitzung selbst aus und verteilt sie. «Niemand soll sich fühlen wie in der Schule», sagt Richa Huber. «Dort wird ein Thema vorgegeben. Fällt dir dazu nichts ein, bist du verloren.»

Die Nomination empfindet Richa Huber als Ehre. Dass die Redaktion eine Chance aufs Final hat, erklärt sie sich damit, dass sie das Magazin von null auf hundert aufgestellt hat. «Jugendliche haben sich zu Beginn gemeldet, sind bei der Stange geblieben und ziehen Mitstreiter an.» Weil auch Erwachsene «D(ich!)» lesen, erhalten sie einen Einblick in das, was die Jugendlichen machen und was sie beschäftigt. «Sie tragen zu einem guten Image der ­Jugend bei.»

Richa Huber blättert in den «D(ich!»)-Ausgaben. «Am Samstag werden wir alle auf der Bühne stehen und uns vorstellen.» Wie genau, sagt sie nicht. Verraten sei, dass die Präsentation dazu beitragen soll, das Projekt nachzuvollziehen. «Wir geben alles.»

Der Final des Regionalen Jugendprojekt-Wettbewerbs ist morgen Samstag, 28. Oktober, 17.30 Uhr in der Aula Flös, Buchs. Die vier Erstplatzierten messen sich am Interregionalen Final mit jenen aus Vorarlberg und dem Fürstentum Liechtenstein am 11. November in Dornbirn.


Leserkommentare

Anzeige: