Der Zeitplan ist ambitioniert

RHEINTALER BINNENKANAL ⋅ Die Hochwassersituation Anfang September hat gezeigt, dass die Schwachstellen am Rheintaler Binnenkanal so schnell wie möglich mit einem ganzheitlichen Projekt behoben werden sollten.
03. Oktober 2017, 05:17

Das aktuelle Vorprojekt für einen wirkungsvollen Hochwasserschutz sieht bei den «Drei Brücken» einen Damm mit Dros­selbauwerk vor. Die detaillierten Ingenieurarbeiten für das nun folgende Bau- und Auflageprojekt werden im November 2017 vergeben. In Rüthi stehen für die Dämme, die sich gesenkt haben, Nachbesserungen an; aufgrund von Einsprachen kommt es bei der Umsetzung jedoch zu einer Verzögerung.

Kapazitätsgrenzen sind erreicht

Nach Hochwasserereignissen werden stets Stimmen laut, die sofortige Massnahmen zum Schutz der Siedlungsgebiete fordern. Die Hochwasser in den Jahren 1999 und 2013 sowie nun im September 2017 haben verdeutlicht, dass der Rheintaler Binnenkanal an seine Kapazitätsgrenzen stösst. Deshalb hat der Verwaltungsrat des Rheintaler Binnenkanalunternehmens in den vergangenen Jahren ein Vorprojekt für einen wirkungsvollen Hochwasserschutz ausarbeiten lassen, das im Mai/Juni 2017 der Bevölkerung vorgestellt wurde. Aufgrund der Dringlichkeit sieht der Verwaltungsrat für die weitere Planung einen ambitionierten Zeitplan vor. Die Ingenieurarbeiten für das Bau- und Auflageprojekt sind bereits ausgeschrieben und werden im November 2017 vergeben.

Optimiert, notwendig und ausgewogen

Ende 2019 soll das detaillierte Bauprojekt vorliegen, das dann öffentlich aufgelegt wird. Wann mit dem Bau begonnen werden kann, hängt jedoch wiederum von den möglichen Einsprachen gegen das Hochwasserschutz­projekt ab. Bereits 2012 hatte der Zweckverband Rheintaler Binnenkanalunternehmen der Bevölkerung ein Hochwasserschutzkonzept mit einem Damm sowie einem Drosselbauwerk bei den «Drei Brücken» vorgestellt. Bei Hochwasser wird dadurch das übermässige Wasser zurückbehalten und die Siedlungsgebiete von Diepoldsau, Widnau, Au, Berneck und Balgach geschützt. Im Rahmen der Arbeiten zum Vorprojekt wurden verschiedenste Interessensgruppen aus Landwirtschaft, Politik und Umweltverbänden sowie Landbesitzer zur intensiven Diskussion und Mitarbeit eingeladen. Auch wurde die Zeit genutzt, alle erdenklichen Möglichkeiten zu überprüfen, wie beispielsweise der Überlauf in den Rhein, die Ableitung in den Werdenberger Binnen­kanal, Sohlenabsenkungen im Gerinne des Binnenkanals oder Mauern entlang des Gewässers innerhalb des Siedlungsraums. Alle diese technischen Konzepte wurden in Machbarkeitsprüfungen analysiert. Parallel dazu wurden vertiefte Untersuchungen durchgeführt, um das Projekt «Damm mit Drosselbauwerk» zu optimieren: So wurden unter anderem die Durchflussmenge durchs Siedlungsgebiet auf 95 m3/s optimiert und der Dammverlauf bodensparend mit der zu sanierenden Rietstrasse kombiniert.

Vorprojekt gilt als ausgewogen

Daraus entstand das vorliegende Vorprojekt, das auch von Bund und Kanton als notwendig und ausgewogen beurteilt wurde.

Das Hochwasserschutzprojekt ist für Wassermengen ausgerichtet, die alle 100 Jahre zu erwarten sind. Rund zwei Drittel des 31-Millionen-Franken-Projekts werden von Bund, Kanton und Dritten übernommen. Die Restkosten werden aufgrund des neu erarbeiteten Bau- und Unterhaltsperimeters sowie der Gemeindebeiträge aufgeteilt.

Für die Behebung allfälliger Defizite im Bereich der Siedlungsentwässerung sind dann der Abwasserverband und die jeweiligen Gemeinden zuständig. (pd)

Infos unter: www.binnenkanal.ch


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