GESUND BLEIBEN

Schlafstörungen

13. Juni 2013, 01:35

Der Schlaf besitzt einen Rhythmus, der in etwa bei allen Menschen gleich ist. Kurz nach dem Einschlafen kommt es zum Tiefschlaf. In dieser Zeit erholt und regeneriert sich der Körper. Einige Stoffwechselprozesse sind verlangsamt und andere sehr aktiv. So werden Nahrungsbestandteile verwertet und die Blutbildung sowie die Herstellung von Hormonen laufen auf Hochtouren.

Beim gesunden Menschen ist diese erste Schlafphase nach etwa drei Stunden abgeschlossen, und der Körper könnte mit dieser kurzen Schlafdauer auskommen. Doch nach der körperlichen Erholung ist die seelische Regeneration an der Reihe. Jetzt wird der Schlaf flacher und wir fangen an zu träumen. Erlebtes und Erfahrenes wird verarbeitet. Das, was der Seele bedrohlich werden kann, verschwindet im Unterbewusstsein. Von diesen Prozessen hängt unsere seelisch-geistige Gesundheit ab. Heute klagt jeder fünfte Erwachsene über Schlafstörungen. Das sollte uns ein Trost sein und uns helfen, das Problem nicht überzubewerten, sonst machen wir alles nur schlimmer. Wenn wir aber herausfinden, was an unserem Schlaf nicht stimmt, und warum das so ist, sind wir auf dem besten Weg, dieser «Folter» zu entkommen. Einige Beispiele: Wenn wir trotz grosser Müdigkeit nicht einschlafen können, könnte es daran liegen, dass man nervlich-seelisch erschöpft ist, aber nicht körperlich müde. Die rastlosen Gedanken verscheuchen den Schlaf. Menschen über vierzig wachen oft mitten in der Nacht auf. Auch das kann ein Zeichen starker nervlicher Überforderung sein. Probleme – ob in Beruf oder Partnerschaft – müssen gelöst werden. Äussere negative Einflüsse sind auch die Überflutung durch Medien wie das Fernsehen, ein überfüllter Magen oder eben zu wenig Bewegung. Auch das Raumklima im Schlafzimmer muss auf Ruhe und Entspannung abgestimmt sein. Voraussetzung für ein rasches Einschlafen sind körperliche Müdigkeit und geistig-seelische Entspannung.

Verglichen mit unseren Grosseltern leben wir heute zwanzig Leben. Pausenlos lassen wir Reize auf uns einwirken und sogar am Feierabend klinken wir uns nicht aus. Kein Wunder, dass man da den Schlaf nicht findet! Gerade jetzt ist es wichtig, Körper und Geist genügend Schlaf zu geben. Mit Obst und Gemüse und so oft wie möglich mit frischer Luft und Sonnenlicht unterstützen wir ihn. Heilpflanzen, die bei Schlafstörungen eingesetzt werden, sind Hopfen, Hafer, Melisse und die Passionsblume.

Josephine Schmidhauser, Herisau, www.vahar.ch

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