Schlafstörungen – was tun?

14. November 2014, 02:34

Warum der Mensch so viel schläft, können Schlafforscher und Neurologen noch nicht erklären. Schlaf bedeutet Erholung und Regeneration. Lebenswichtige Prozesse finden während des Schlafs statt. Es gibt keine Normen für Schlafzeiten. Die Medizin widmet dem Schlaf wenig Beachtung. Erstaunlich, denn jede dritte Person in der Schweiz beschäftigt der Schlaf mehr, als ihr lieb ist. Circa 30 Prozent der Bevölkerung klagen über Ein- und Durchschlafstörungen, 10 bis 20 Prozent über chronisch gestörten Schlaf.

Oft sind Frauen mehr betroffen als Männer. Gründe könnten in der gesellschaftlichen Rollenverteilung liegen, da Frauen oft nachdenklicher, vorsichtiger, auch nachts wachsamer und aufmerksamer sind als Männer.

Durchschnittlich braucht der Mensch sieben Stunden Schlaf pro Nacht. Genügend Schlaf hat man, wenn man tagsüber fit und ausgeruht ist. Die Medizin spricht von Schlafstörung, wer vier Wochen Nacht für Nacht schlecht geschlafen hat. Schlafstörungen können Schwierigkeit beim Einschlafen, Durchschlaf-Störungen oder frühzeitiges Erwachen sein. Schlaflosigkeit kann auf eine organische oder psychische Grunderkrankung hinweisen. Depressionen, körperliche Beschwerden, unbewältigte Probleme am Arbeitsplatz oder in der Familie können Auslöser sein. Der richtige Zeitpunkt zum Schlafen gibt oft Anlass zu Diskussionen. Einige vertragen spätes Nachtessen und andere können ab 17 Uhr nichts mehr zu sich nehmen, ohne nächtliche Beschwerden hervorzurufen. Generell sollte beachtet werden, dass gut zwei Stunden vor dem Zubettgehen nicht mehr gegessen wird, damit kein Druckgefühl entsteht. Eine regelmässige Bettruhe kann schlaffördernd sein, also immer zur gleichen Zeit ins Bett gehen. Belastende oder schwere Gedanken sollten vor der Schlafzimmertür «abgestellt» werden und am Morgen weiterverarbeitet werden.

Die Naturheilkunde empfiehlt, bei schlechtem Schlaf auf gesunde Ernährung und genügend Flüssigkeit zu achten. Vitamin B und Magnesium beugen nächtlichen Krämpfen vor. Haferflocken und Linsen weisen viel Vitamin B aus. Bitterstoffe kurbeln die Produktion von Magensäure an. Galle, Leber und Darm profitieren von bitteren Stoffen und stoppen das (nächtliche) Hungergefühl auf Süsses. Wer abends Rohkost verträgt, sollte sich Rucola, Radieschen und Rettich auf den Teller nehmen. Wer die warme Küche bevorzugt isst als leichtes Abendessen Pasta mit frischen Tomaten. Das Tryptophan der Tomaten sorgt für guten Schlaf. Das reduzieren von Koffein kann schlaffördernd wirken, denn es kann den Blutdruck erhöhen und Unruhe in den Körper bringen sowie den Harndrang aktivieren. Eiweisse und Mineralien unterstützen die Funktion von Nerven und Muskeln und verbessern so die Regeneration von Körperzellen. Eiweiss kommt in Fisch, magerem Fleisch und Eiern vor, belastet den Darm wenig und eignet sich als leichtes Abendessen.

Hopfen setzt sich aus mehreren gesundheits- und schlaffördernden Bestandteilen zusammen. Das enthaltende Harz und Hopfenöl schmeckt angenehm würzig und wirkt entspannend. Hopfen-, Melisse- und Baldriantee wirken schlafverbessernd. Bachblüten, Meditation oder Entspannungsmusik sowie warme Füsse fördern den Schlaf.

Cornelia Krapf-Rütimann, kant. appr. Heilpraktikerin, Walzenhausen, VAHAR, www.vahar.ch

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