Ohne Baumplatz, ohne Tiefgarage

Das im Sommer an der Urne abgelehnte Projekt für eine Diepoldsauer Zentrumsgestaltung wird überarbeitet. Es soll deutlich weniger kosten, auf einen Baumplatz und auf eine Tiefgarage wird verzichtet.
06. November 2014, 08:17

DIEPOLDSAU. Dem Entscheid, das Thema Zentrumsgestaltung nicht ad acta zu legen, liegt das Ergebnis einer Umfrage zugrunde. Nach dem Nein zur Abstimmungsvorlage lancierte der Gemeinderat im September eine Umfrage: Die rund 3700 Stimmberechtigten erhielten einen Fragebogen zugeschickt. 1259 von ihnen machten mit. Das entspricht einer Beteiligung von 34 Prozent.

«Schlankes» neues Projekt

Von den Stimmberechtigten, die den Fragebogen ausgefüllt zurückgeschickt haben, sind gemäss einer Medienmitteilung zwei Drittel mit dem heutigen Dorfplatz nicht zufrieden. Sie wünschen deshalb eine Überarbeitung des Projekts. Gemeinderat und Begleitgruppe verstehen das als Verpflichtung. Sie erkennen aber, dass ein neues Projekt «schlank», kostengünstig und «von konkretem Nutzen» sein muss, damit es die Zustimmung der Bürgerschaft finden kann.

Kosten waren Hauptproblem

Die Umfrage sollte zunächst zeigen, woran das ursprüngliche, abgelehnte Projekt gescheitert war. Von den Stimmberechtigten, die bei der Umfrage mitgemacht haben, nannten knapp zwei Drittel die Kosten. Eine knappe Mehrheit störte sich am Baumplatz und an der Tiefgarage. Knapp die Hälfte gab an, das Projekt sei «zu gross» gewesen. Entsprechend wurden auf die Frage nach überflüssigen Projektteilen an erster Stelle der Baumplatz und an zweiter Stelle die Tiefgarage genannt.

Eher überrascht den Gemeinderat, dass an dritter Stelle die Verschiebung der Strassenachse als überflüssig genannt wurde. Diese Verschiebung sei mit Blick auf eine höhere Sicherheit für den Langsamverkehr, die Vergrösserung des Dorfplatzes sowie die wirtschaftlich bestmögliche Nutzung der Tiefgarage unter dem Gemeindehaus vorgesehen gewesen. Bei der Überarbeitung des Projekts werde eingehend nochmals geprüft, wie sich eine Verschiebung der Strassenachse auf den Verkehr auswirkt.

Sicherheit am wichtigsten

Klar gezeigt hat die Umfrage, worum es den Menschen im Dorf vor allem geht: um eine höhere Sicherheit für Fussgänger und Velofahrer. Eine deutliche Mehrheit von 700 Stimmberechtigten nannte dies als den wichtigsten Grund für ein Zentrumsprojekt. Rund 570 Stimmberechtigte (fast 60 Prozent) wünschen sich einen freien Dorfplatz und über 400 bejahen zudem den Ausbau der Tiefgarage unter dem Gemeindehaus.

Von den 700 Umfrage-Teilnehmern, denen die Sicherheit des Langsamverkehrs am wichtigsten ist, wünschen über 500 die Überarbeitung des abgelehnten Projekts, 163 wünschen dies nicht. Der Gemeinderat folgert: Massnahmen, die mehr Sicherheit dienen, würden mit hoher Wahrscheinlichkeit breit akzeptiert. Beim Ausbau der Tiefgarage unter dem Gemeindehaus sei darauf zu achten, dass «der Dorfplatz frei bleibt und nicht bebaut wird».

Umstrittenes kein Thema mehr

Der Gemeinderat streicht aufgrund des Umfrage-Resultats den Baumplatz und die neue Tiefgarage unter diesem Baumplatz ebenso wie die sogenannte Begegnungszone an der Steigstrasse. Diese umstrittenen Projektteile sind somit kein Thema mehr. Die anderen Teile des ursprünglichen Projekts werden überarbeitet. Der Gemeinderat überprüft alle Massnahmen, mit denen sich die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer erhöhen lässt. Die Sanierung und den Ausbau der Tiefgarage unter dem Gemeindehaus sowie die Neugestaltung des Dorfplatzes prüft der Rat auch mit Blick auf Massnahmen zur Aufwertung des «Freihofs». Die Gemeinde hat diese Liegenschaft gemeinsam mit der Ortsgemeinde Schmitter gekauft – in der Absicht, sie zu einem zentralen Punkt aufzuwerten. (gb/gk)

Umfrage-Ergebnis: www.diepoldsau-zentrum.ch

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