GESUND BLEIBEN

Mutig und stark mit Thymian

22. Oktober 2013, 02:34
Cornelia Krapf-Rütimann,
Es war einmal eine junge Frau, die litt an schlimmen Unterleibsbeschwerden und niemand konnte ihr helfen, bis eines Tages eine alte Kräuterfrau den Rat gab, einmal eine Nacht im Freien neben einer blühenden Quendelstaude zu schlafen. Die Frau folgte dem Rat. Nachts kroch ihre Gebärmutter in Gestalt einer Kröte aus ihrem Mund, frass vom Quendel und kehrte zur Schläferin zurück. Von diesem Tag an war sie geheilt. So oder ähnlich lauten die Geschichten, die man sich seit Urväterzeiten von diesem alten Heilkraut, das unsere Vorfahren kannten und schätzten, berichtet. Alles Mumpitz, Aberglauben, dummes Zeug? (www.rosmarie-bog.de)

Ägypter brauchten Thymian zum Balsamieren, tapfere Krieger in Rom badeten geschundene Körper, Burgfräulein sticken den Rittern Thymianzweige in den Hosensack, schottische Helden tranken Thymiantee für Mut und Kraft. Das altbekannte Kraut wird heute noch gerne verwendet.

Das im Thymian enthaltene Thymol hat eine 25-mal stärkere antibiotische Wirkung als das chemische Desinfektionsmittel Phenol, hat aber so gut wie keine Nebenwirkungen. (Phenol kann krebserregend wirken.) Dies ist eine von vielen Wirkungsmöglichkeiten des Thymians. Grippe, Erkältungskrankheiten, krampfartiger Husten, hartnäckigen Schleim verflüssigen, Magen-/Darmerkrankungen, Gicht- und rheumatische Beschwerden, Gewürz und in der Kosmetik eingesetzt – Thymian bietet Linderung.

Thymian kräftigt den Organismus; er wirkt auch auf Psyche, löst Verkrampfungen und bringt die Seele ins Gleichgewicht. Der würzige Geruch allein ist eine Wohltat und viel mehr als nur ein Duft. Thymianöl in der Duftlampe sorgt für ein gutes Raumklima, klärt Gedanken und löst «Gefühlsknöpfe» auf. Bei Erkältung und Kälte bringt ein Thymianbad Wärme und Wohlbehagen. Zu Zeiten der Kräuterhexen wurde den gebärenden Frauen Thymian ins Bett gelegt, was die Geburt erleichtern sollte. Eine Tasse Tee bringt Wärme, Ruhe und auch Mut zum Weitergehen. «Quendel, mach mir Handel», hiess es früher.

Angeblich bringt das Kräutlein, in der Tasche bei sich getragen, Glück bei aller Art von Geschäften. Ein Kräuterkissen mit Thymian sorgt für guten und erholsamen Schlaf, vertreibt den Kopfschmerz und löst die verstopfte Nase. Überlastete Computerspezialisten, Burn-out-Kandidaten und andere Denkarbeiter sollten sich den Thymian zunutze machen. Hierfür empfehle ich selbst gebackene Thymiankekse anstelle von Mon Cherie und Kartoffelchips. «Lasst Euer Heilmittel Eure Nahrung sein und Eure Nahrung Euer Heilmittel.» – Dieser Grundsatz des alten Paracelsus ist heute noch aktuell. Der Duft von Thymian, Oregano und Basilikum ist in der mediterranen Küche nicht wegzudenken. Ein Thymian-Risotto mit grilliertem Gemüse, wer kann da widerstehen.

Thymianwein

1 Teil Kraut, 5 Teile guten Weisswein in ein grosses Glas. 7 Tage ruhen lassen (ab und zu schütteln). Abseihen, in Flasche abfüllen und täglich 1 Schnapsglas trinken (wirkt der Winter-Grippe entgegen). Sehen Sie dem Herbst mit Mut und Kraft entgegen.

Walzenhausen, Vereinigung aktiver Heilpraktiker AR www.vahar.ch


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