Kriessner Dorffasnacht ist 40-jährig

KRIESSERN ⋅ Die Dorffasnacht, die von den Musikanten am 12. und 13. Februar 1977 gegründet wurde, jährt sich zum 40. Mal. Der Umzug ist kontinuierlich gewachsen.
15. Februar 2017, 05:37

Zum ersten Mal gab es vor 40 Jah- ren die Festwirtschaft. Es mussten noch 35 Tische und ausser den bereitgestellten 250 Stühlen 50 weitere beschafft werden. Zusammen mit der Schule, den Lehrern und Schülern waren Masken für die Dekoration der kleinen Turnhalle gebastelt worden. Der erste Fasnachtsunterhaltungsabend wurde in der kleinen Turnhalle unter folgendem Motto gefeiert: «Verrückt die Zeit, verrückt die Welt, ganz Kriessern voller Narren, wer nicht dabei, der ziehe weit und lasse sich einscharren.» Die «Bierschwemme» im Untergeschoss hatte bis in die frühen Morgenstunden geöffnet.

Ortsgemeinde spendete schon damals Imbiss

Am Sonntagnachmittag fand der kleine Fasnachtsumzug mit allen Schulklassen und der Musikgesellschaft statt. Im Anschluss daran wurde die Kinderfasnacht von den Lehrern in der Turnhalle organisiert.

Dank der Initiative der Musikanten und unter Mithilfe der Schule wurde die Kriessner Fasnacht zur Tradition und zu einem beliebten und geschätzten Dorfanlass. Bereits damals leistete die Ortsgemeinde einen Beitrag da- zu und spendete allen Umzugsteilnehmern einen Imbiss.

Früher gut 200 Masken, zuletzt fast 800

Aus dem einst kleinen wurde inzwischen ein prächtiger und sehr beliebter Fasnachtsumzug, der in der ganzen Region bekannt ist. Die Kindergärtler sind dem Umzug seit der ersten Stunde treu geblieben. Es haben sich aber inzwischen auch viele Dorfvereine, das Mukiturnen, private Gruppen und auch Guggenmusiken aus nah und fern dazugesellt.

Dass der Umzug diese Form angenommen hat, dafür ist Marc Sieber verantwortlich. Seit 2000 beschäftigt ihn die Organisation des Umzugs fast das ganze Jahr hindurch. Im Jahr 2001 zählte der Anlass rund 245 Teilnehmer. Diese Zahl konnte stetig erhöht werden, bis sie im vergangenen Jahr auf knapp 800 Mäschgerli anstieg, womit man allmählich an die Grenzen der Koordination am Fasnachtswochenende stiess. Das Fasnachtsamstags-Programm be- deutete lange eine Knacknuss für die Organisatoren der Musikgesellschaft. Als Initiant der Kriessner Fasnachtsparty im Jahr 1993 konnte Kurt Graber den Grundstein für die heutige Fasnachtsparty legen, die in ihrer Art an die bekannten deutschen Karnevalsveranstaltungen von Mainz und Köln angelehnt ist. Mit den Majoretten, den gesungenen Schnitzelbänken, dem Büttenredner und «Gmeindsarbeiter Heinricha Johann», den von Prinzessin und Baron präsentierten Narrenschriften und einem Showprogramm der Musikgesellschaft wird das Publikum bestens unterhalten und der eine oder andere auf die Schippe genommen.

Absoluter Höhepunkt des Abends ist sicherlich die Ernennung des Oberleus. Kurt Graber wurde im Jahr 2002, zum Dank für seine Arbeit, zum ersten Oberleu ernannt.

Am 25./26. Februar ist wieder viel los

«Vollgas Fasnacht» am Samstag, 25. Februar, in der MZ-Halle ab 18.30 Uhr und am Fasnachtssonntag, 26. Februar, um Punkt 13.01 Uhr, wenn der Startschuss zum Fasnachtsumzug fällt. Für den diesjährigen Umzug haben sich über 30 Gruppen mit 730 Teilnehmenden angemeldet. Mit dabei sind viele schöne Mäschgerli, sieben Guggenmusiken und der frisch gekrönte Oberleu 2017. Anschliessend findet in der MZ-Halle der Kindermaskenball und ab 15 Uhr findet die traditionelle Beizentour statt. (pd)

www.mg-kriessern.ch


Marc Sieber: «Unser Umzug ist kompakt»

Kriessern Seit dem Jahr 2000 organisiert Marc Sieber den Kriessner Fasnachtsumzug und die Beizentour. Vor seiner Zeit, sagt Sieber, habe der Präsident der Musikgesellschaft Kriessern den Anlass einfach und rudimentär organisiert.

Damals seien noch keine Bewilligungen und Abklärungen nötig gewesen, sondern man habe noch unkompliziert walten können.

Musikgesellschaft für Fasnacht zuständig

Als der Präsident sein Amt niederlegte, rutschte Marc Sieber sozusagen in seine neue Aufgabe hinein. Er war damals Notenverwalter im Vorstand der Musikgesellschaft und zugleich Mitglied der Oberrieter Guggenmusik Bleandastöber, sodass er wusste, worauf die teilnehmenden Gruppen Wert legen. Die Fasnachtsparty wird von einem OK der Musikgesellschaft organisiert. Es sind die Texte für die Kriessner Leuen, den Heinricha Johann und die Narrenschriften zu verfassen. Auch muss der musikalische Showblock zusammengestellt und die Oberleu-Ernennung vorbereitet werden. Im Hintergrund sind verschiedene Kräfte tätig.

Qualität kommt vor Quantität

Bereits im Mai werden jährlich alle Guggenmusiken aus der Region angeschrieben, ausserdem erhalten alle Gruppen, die jemals am Kriessner Fasnachtsumzug mitgemacht haben, vor dem Fasnachtsbeginn am 11.11. Post aus Kriessern. Dann geht’s mit der Organisation so richtig los. «Man ist sozusagen das ganze Jahr hindurch mit der Fasnacht beschäftigt», sagt Marc Sieber. Er zieht Qualität der Quantität vor. Viele schöne Motive und eine gute Vertretung des Dorfes sind ihm wichtiger als ein möglichst langer Umzug. In Kriessern ist er kompakt und dauert maximal eine Dreiviertelstunde.

Dem Umzug folgt immer ein Rahmenprogramm für Jung und Alt. Die Organisation besorgt Marc Sieber «solange es Spass macht». Petrus hat die Möglichkeit, diesen Spass zu begünstigen, indem er Sieber einen Wunsch erfüllt.

Der Organisator hofft nämlich nicht nur auf eine coole, unfallfreie Kriessner Dorffasnacht, sondern auch auf gutes, vor allem trockenes Wetter. (pd/gb)

 


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