Gesund bleiben

Heilkräuter gegen Depressionen

06. November 2009, 01:03

Die Naturheilkunde mit ihren ganzheitlichen Konzepten bietet eine Fülle an Möglichkeiten beim Krankheitsbild der Depression – vor allem in leichten und mittelschweren Fällen. Es gibt vielfältige Ursachen, die eine Depression auslösen können: belastende Lebenssituationen, Trauma oder Schockerlebnisse, Verlust von Angehörigen, soziale Gegebenheiten, genetische Faktoren, körperliche Ursachen und viele mehr.

Die Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) wird seit Menschengedenken bei Schwermütigkeit und Stimmungsschwankungen eingesetzt. Die Auswahl unter den verschiedenen Pflanzenheilmitteln stützt sich auf die begleitenden Symptome der Depression ab. Das Johanniskraut (Hypericum) ist das Hauptmittel bei Schwermut und Melancholie. Es ist eine der am meisten untersuchten Heilpflanzen. Klar erwiesen ist die stimmungsaufhellende Wirkung. Als «Lichtpflanze» ist sie Mittel der Wahl bei saisonal bedingten Depressionen mit Verschlimmerung im Winterhalbjahr oder bei depressiver Verstimmung infolge einer körperlichen Verletzung.

Die Passionsblume (Passiflora) ergänzt und verstärkt die Wirkung von Johanniskraut. Sie wirkt angstlösend und leicht beruhigend, v. a. bei Einschlafschwierigkeiten. Die Passionsblume symbolisiert die Herzensruhe, «im Einklang mit sich selbst sein», und unterstützt den Prozess des Abschiednehmens.

Der Baldrian (Valeriana) wird gerne als Schlafmittel eingesetzt. Er beruhigt aber auch tagsüber und löst Spannungszustände. Wenn neben der depressiven Symptomatik noch Magenbeschwerden im Vordergrund stehen, empfiehlt sich die Melisse (Melissa) – «alles schlägt auf den Magen».

Der Hafer (Avena) spendet nicht nur lahmen Gäulen Energie, sondern hilft auch bei menschlichen Schwächezuständen und stärkt allgemein das Nervenkostüm. Er ist speziell geeignet bei Depressionen infolge von Erschöpfungszuständen wie Burnout oder wegen zu langen Studierens (Schüler, Studenten).

Der Hopfen (Humulus) ist ebenfalls ein mild wirkendes Beruhigungsmittel bei Unruhe- und Angstzuständen. Hopfen ist bei Depressionen angezeigt, wenn begleitend Sexualitätsstörungen vorhanden sind oder hormonelle Schwankungen Einfluss haben. Schliesslich Cimicifuga, das Wanzenkraut oder auch Traubensilberkerze, welches wegen seiner östrogenartigen Inhaltsstoffe bei Depressionen im Zusammenhang mit hormonellen Störungen angezeigt sein kann. Bei Frauen in den Wechseljahren oder in der Pubertät, bei bekannter starker Verschlimmerung des Zustandes während der Menstruation und im Wochenbett wird diese Pflanze hilfreich eingesetzt.

Weitere Therapien wie Klassische Homöopathie, Bachblüten, Hypnose oder Geistheilung, Chinesische Medizin mit ihren Kräutern und Akupunktur oder moderne Körpertherapien werden vom Heilpraktiker individuell eingesetzt.

Gregor Schraner, Herisau, Vereinigung aktiver Heilpraktiker AR (www.vahar.ch)

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