Gesund Bleiben - Teil 3

Geschlechtshormone

01. April 2010, 01:01

Frauenhormone – für viele Menschen, ob Mann oder Frau – ein Reizwort mit vielen Bedeutungen und Interpretationen. Der monatliche Frauenzyklus hängt naturgemäss mit dem Mondrhythmus zusammen. Heute leben wir nur noch nach dem Kalendermonatsrhythmus. Die Antibabypille verschiebt den weiblichen Zyklus unter Umständen ebenfalls weg vom natürlichen Mondzyklus, sodass Frau mit der wichtigen Frauenenergie nicht mehr im Einklang mit der Natur ist. Beim weiblichen Monatszyklus unterscheiden wir zwei Hauptphasen: in der ersten Zyklushälfte überwiegt das Hormon Östrogen, in der zweiten Hälfte das Hormon Progesteron. Aus Progesteron kann unser Körper Östrogen herstellen, aber er kann nicht aus Östrogen Progesteron herstellen. Östrogen nehmen wir heute zusätzlich über die Ernährung auf (z. B. von gemästeten Tieren), so dass Frau in der Regel einen Östrogenüberschuss und einen Progesteronmangel aufweist. Die Östrogen- und Porgesteronproduktion findet lebenslänglich statt im Körper, reduziert sich aber mit zunehmendem Alter. Wussten Sie, dass diese Hormonproduktion bei der Frau ab dem 30. Lebensjahr abnimmt? Weshalb soll Frau dann mit 50 beginnen, sich künstliches Östrogen zuzuführen? Künstlich hergestellte Hormone werden vom Körper schlechter erkannt und aufgenommen als körpereigene Hormone. Das bedeutet, dass höhere Dosen eingenommen werden müssen, damit schlussendlich die richtige Menge zur Wirkung kommt. Die Natur liefert uns allerdings einige Pflanzen, die vom Körper besser erkannt werden und zur Wirkung kommen. Salbei, Hopfen, Melisse, Lein, Rotklee, Traubensilberkerze usw. wirken auf die Östrogenproduktion ein und sind deshalb sinnvoll in der ersten Zyklushälfte. Mönchspfeffer, Yamswurzel, Schafgarbe wirken auf die Progesteronproduktion ein und sind deshalb sinnvoll in der zweiten Zyklushälfte. In der Naturheilkunde wird im Gespräch zuerst aufgenommen, welche Zyklussymptome einer Frau zu schaffen machen. Geschwollene Knöchel, Spannen der Brüste, Durchschlafprobleme, starke und lange Menstruationsblutungen geben Aufschluss über die Hormonlage. Auf Grund dieses Gesprächs kann der Heilpraktiker / die Heilpraktikerin die passende Pflanzenmischung zusammenstellen. Je nach Hormonlage kommen für die Zyklusphasen andere Pflanzenmischungen zur Anwendung. Eine Ausnahme bildet das Frauenmänteli, das während dem gesamten Zyklus angewendet werden kann.

Bei den Männern sinkt der Testosteronspiegel (männliches Geschlechtshormon) ab dem 50. Lebensjahr jährlich um zirka 1%. Das bedeutet, dass Männer im 70. Lebensjahr immer noch zirka 80% ihrer männlichen Geschlechtshormone aufweisen, was sie im Alltag nicht wahrnehmen und sie kaum einschränkt. Trotzdem wird zur Zeit über eine Hormontherapie des Mannes diskutiert.

Luisa Hochreutener Huber, Lutzenberg, 9425 Post Thal, VAHAR

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