Frisches Seewasser für Zuchtfische

STAAD/STEINACH ⋅ In der Staader Bucht lagern Kunststoffröhren von mehreren hundert Metern Länge. Sie werden ans Steinacher Ufer gezogen, wo sie die neue Fischzuchtanlage und die benachbarte TE Connectivity Solutions GmbH mit Wasser versorgen.
02. Juni 2016, 07:40

STAAD/STEINACH. In der Bucht zwischen der Badi Speck und der Stadler Altenrhein AG schwimmen drei schwarze, mehrere hundert Meter lange Kunststoffröhren im Wasser. Damit sie sich im Bodensee nicht auf und davon machen, sind sie mit Spannsets am Ufer befestigt. Die Nachfrage bei der Gemeindekanzlei Thal bringt vorerst kein Licht ins Dunkel. Gemeinderatsschreiber Christoph Giger verweist auf die Technischen Betriebe Thal. Auch TB-Betriebsleiter Michael Marti weiss nichts Konkretes, vermutet aber, dass die Röhren möglicherweise für die neue Fischzuchtanlage in Steinach sind. «Keine Ahnung» hat das Tiefbauamt des Kantons St. Gallen. «Eventuell wissen die vom Hochbauamt mehr», so die Auskunft. Aber auch dort versteht der nette Herr am Telefon nur Bahnhof. Nun konzentriert sich die Hoffnung auf des Rätsels Lösung auf die Abteilung Gewässer des Kantons. Aber auch Projektleiter Marcel Bänziger bedauert, nichts zu den ominösen im See treibenden Röhren sagen zu können. Als goldrichtig entpuppt sich hingegen sein Tip, es beim Schifffahrtsamt zu versuchen. Der Rorschacher Kurt Reich bestätigt nämlich die Vermutung von Michael Marti: «Die Leitungen sind für das Fischereizentrum in Steinach.» Definitiv Licht ins Dunkel bringt Max Bosshard von der Wälli AG in Arbon. «Die an den Flanschen mit Stahl verstärkten Kunststoffröhren wurden in Altenrhein an Land montiert und dann zur Lagerung in die Bucht gezogen.» Bereits seien 450 Meter der Leitung mit einem Schiff nach Steinach geschleppt und dort in das eben so lange Bohrloch verlegt worden. Die nun noch in der Bucht lagernden 780 Meter folgten vermutlich Ende Woche. Die Leitung mit einem Durchmesser von 40 Zentimetern wird künftig aber nicht nur Seewasser in das Gebäude des Fischereizentrums befördern. Mit dem vier Grad kalten Seewasser wird das benachbarte Unternehmen TE Connectivity Solutions GmbH seine Produktionsanlagen kühlen. Drei Pumpen fördern dazu 62 Liter pro Sekunde. (rtl)


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