Eichberger wählen Piraten

EICHBERG. Alex Arnold ist neuer Präsident der Politischen Gemeinde Eichberg. Mit 349 hat er mehr Stimmen erhalten als Walter Freund und James Mock zusammen.
24. September 2012, 11:15
KURT LATZER

Wohl kaum jemand hätte im Vorfeld der Wahl geglaubt, dass das Ergebnis so deutlich ausfallen würde. Auch nicht der frischgebackene Gemeindepräsident. «Ich habe gehofft, dass ich es im ersten Wahlgang schaffen würde», sagt Arnold, «vor der Wahl war ich schon auch der Meinung, es gibt einen zweiten Wahlgang.» 563 gültige Stimmzettel wurden im Wahlbüro gezählt. 349 Eichbergerinnen und Eichberger wählten Arnold, 145 gaben Walter Freund ihre Stimme und 61 dem zweiten SVP-Kandidaten James Mock. Die Stimmbeteiligung lag bei 65 Prozent.

Piratennest nicht als Ziel

Schon lange vor der Wahl hiess es, Eichberg werde im Falle der Wahl Arnolds zum Piratennest. Ist das nun der Fall? «Ich wurde von den Eichbergerinnen und Eichbergern als Präsident für die Gemeinde gewählt. Ich will mich primär auf die Sachpolitik konzentrieren und nicht auf die Gründung einer Partei», sagt Arnold. «Unserer Strategie zufolge rechneten wir mit einem zweiten Wahlgang. Mit dem deutlichen Ergebnis hat sich gezeigt, dass ich in der zweiten Abstimmung wohl chancenlos gewesen wäre», sagt Walter Freund. Und weshalb haben seiner Meinung nach so viele Eichbergerinnen und Eichberger für Arnold gestimmt? «Arnold ist jung, er hat eine kaufmännische Ausbildung. Es hat sich gezeigt, dass die Eichbergerinnen und Eichberger lieber einen Präsidenten haben, der im Büro arbeitet.»

Was hat die SVP Eichberg im Wahlkampf falsch gemacht? Walter Freund: «Es ist zu früh, etwas zu sagen. Ob wir Fehler gemacht haben, müssen wir zunächst analysieren.»

Votum gegen die SVP

Sehr überrascht vom Wahlergebnis ist James Mock. «Ich hätte gewettet, dass es einen zweiten Wahlgang gibt. Der Souverän hat nun entschieden, das gilt es zu akzeptieren.» Was glaubt er, ist der Grund für diese Niederlage? «Das ist schwer zu sagen. Weil es auch Michael Hasler nicht geschafft hat, weder in den Schul- noch in den Gemeinderat, glaube ich, dass man generell keinen SVP-Kandidaten wollte», sagt Mock.

War es vielleicht falsch, für das Gemeindepräsidium mit zwei Kandidaten anzutreten? «Ich glaube nicht. Wir haben den Eichbergerinnen und Eichbergern eine Auswahl geboten, mit einem einheimischen, gestandenen Kantonsrat und mir als jungen, auswärtigen Kandidaten», meint James Mock. Hat die SVP vielleicht mit dem Flugblatt, mit dem gegen den «Piraten» geschossen wurde, einen Fehler begangen? Mock: «Nein. Bei diesem deutlichen Ergebnis gehe ich nicht davon aus, dass das Flugblatt eine Rolle gespielt hat.» «Ich glaube nicht das die Parteizugehörigkeit eine Rolle gespielt hat. An Kommunalwahlen werden Köpfe und nicht Parteien gewählt», ist Walter Freund überzeugt.

2. Wahlgang für Gemeinderat

Etwas überraschend kommt es bei den Sitzen für den Gemeinderat zu einem zweiten Wahlgang. Als neues Ratsmitglied wurde Walter Appert (CVP) mit 349 Stimmen gewählt. Die beiden bisherigen Mitglieder Doris Brülisauer (FDP) und Franco Stabile (SVP) kamen auf 410, resp. 400 Stimmen. Für Michael Hasler stimmten 259 Bürgerinnen und Bürger.

Stellt sich der SVP-Kandidat dem zweiten Wahlgang? «Das weiss ich jetzt noch nicht, ich muss zuerst einmal darüber schlafen», sagt Hasler. Walter Freund, Präsident der SVP Eichberg, geht davon aus, dass sich zum zweiten Wahlgang weitere Kandidaten aufstellen lassen.

Die Stimmbeteiligung in Eichberg lag bei 65 Prozent.


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