Barfuss durch den Sommer

Ohne Schuh und Strümpfe – Wer kennt diesen Spruch nicht? Barfuss über eine taufrische Wiese gehen und den Boden spüren ist wie Doping für die Füsse und ein wunderbares Gefühl.
20. Juni 2014, 02:35

Schuhe erzählen ihre Geschichten. Ärzte raten zu mehr Barfusslaufen. Die Modeindustrie ist da oft anderer Meinung. Füsse müssen in elegante, enge und modische Schuhe gezwängt werden. Frauenschuhe sollten möglichst hohe Absätze haben. Wer denkt da schon an Fehlstellungen, Schmerzen oder den entstellenden Grosszehschiefstand (Hallux valgus). Barfuss laufen bedeutet zurück zum natürlichen Laufstil «gehen». Die Belastung mehr auf dem Vor- und Mittelfuss. «Wenn man mit dem Fuss aufkommt, wird die Belastung wie in einer Kettenreaktion auf die Knie, weiter zur Hüfte und den Rücken übertragen», so Sportwissenschafter Prof. J. P. Porcari. Das erklärt, wieso Verletzungen, deren Ursache im Fuss liegen, sich auch auf Hüfte oder Rücken/Wirbelsäule auswirken können. Beim Barfussgehen werden alle Reflexzonen am Fuss aktiviert. Je nach Bodenbeschaffenheit werden sie stärker stimuliert. Die Durchblutung wird angeregt. Sebastian Kneipp empfahl das Barfusslaufen durch knöcheltiefes Wasser als wirksames Kurmittel. Bei den meisten Menschen weckt Barfussgehen schöne Kindheitserinnerungen und bringt somit gute Laune. Sonnenerwärmter Erdboden, feuchtes Gras, weicher Sand oder Matsch unter den Füssen und zwischen den Zehen bringt Erholung. Geht man über einen Baumstamm, Steine und durch Wasser, sind die Empfindungen immer wieder anders. Dieses Spüren bringt unsere gut 1700 Nervenenden und unzählige Rezeptoren an den blossen Füssen zum Vibrieren. Solch eine Fussmassage kann entspannen, Kopfweh, Migräne, Stress oder Nervosität beruhigen. Laufen ohne Schuhe kann seelische und körperliche Blockaden lösen. Die Füsse fühlen sich frei und können «atmen». Sehnen und Bänder bleiben beweglich und die Fussmuskulatur wird gestärkt. Diese Muskeln sind wichtig, da sie das Quer- und Längsgewölbe an der Fussunterseite tragen.

Macht man zwischendurch noch Fussgymnastik, wirkt sich dies optimal auf den ganzen Organismus aus. Nach einem «heissen» Tag gibt es nichts Angenehmeres für die Füsse als ein Fussbad. Dazu im Garten ein Kräutersträusslein pflücken – zum Kühlen einen Pfefferminze-Zweig oder zum Aktivieren einen Rosmarin. Kräuter ins Wasser mit einer Hand voll Meersalz, und die Füsse werden es danken. Eine selbst gemachte Kräuter-Fusscrème zum Schluss verwöhnt die Füsse optimal.

Regelmässiges Barfusslaufen und Fussgymnastik sind eine aktive Gesundheits-Vorsorge. (pd)

Einen angenehmen Sommer wünscht Cornelia Krapf-Rütimann, Walzenhausen, VAHAR www.vahar.ch

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