Asylsuchende eher teuer versichert

BERNECK/ALTSTÄTTEN ⋅ Die Krankenkassenprämien von Asylsuchenden sind dieses Jahr im Kanton St. Gallen 116 bis 487 Franken höher als die günstigste Prämie. Das ist in einer Antwort der Regierung an Mike Egger zu lesen.

14. Februar 2017, 05:39

Der Bernecker Kantonsrat hatte zusammen mit 15 Kantonsratskollegen in einer Interpellation nach den «wahren Gründen» für die laufend steigenden Kran­kenkassenprämien gefragt. Sein Augenmerk richtete er auf die Asylsuchenden. Ob auch ihnen Zusatzversicherungen bezahlt würden, wollte Egger wissen, und ob für Asylsuchende und Sozialhilfebezüger die jeweils günstigste Krankenkasse gewählt werde.

Hausarztmodell für Asylsuchende

Zusatzversicherungen schliesse das Migrationsamt keine ab, antwortet die Regierung. Und fährt fort: Asylsuchende in den kantonalen Zentren seien seit 2013 mit einem Hausarztmodell-Kollektivvertrag versichert. Für die Wahl des Versicherers sei neben der Prämienhöhe ein möglichst schlanker administrativer Ablauf ausschlaggebend gewesen.

Die Prämien der Asylsuchenden «werden vom Migrationsamt jährlich überprüft», bekommt Egger beschieden. Im Jahr 2017 betrage die Differenz zur günstigsten Prämie monatlich 9.70 bis 40.60 Franken (bzw. 116 bis 487 Franken pro Jahr). Aufgrund dieser grossen Differenz habe das Migrationsamt einen Versicherungsbroker mit vertieften Abklärungen beauftragt. Das Ergebnis stehe noch aus.

Bagatellen von Notfall fernhalten

Zudem wollte Mike Egger erfahren, was teurer ist: Routinebehandlungen in Notfallstationen der Spitäler oder die Behandlung durch einen frei praktizierenden Arzt. Dazu lägen keine Daten vor, lautet die Antwort.

Ein weiterer Aspekt ist die Behandlung von Nicht-Notfällen in Spital-Notfallstationen: Tragen sie zur allgemeinen Kostensteigerung bei? Die Regierung beantwortet dies indirekt mit Ja. Sie schreibt: Weil immer mehr Patienten direkt den Spitalnotfall statt den Hausarzt aufsuchten – unter anderem weil viele gar keinen Hausarzt mehr hätten – sei verschiedenen Spitälern eine Notfallpraxis vorgelagert, die von Hausärztinnen und Hausärzten betrieben werde. Leichtere Fälle würden nach einer angemessenen Erstbehandlung in der Notfallpraxis für weitere Kontrollen an den Hausarzt überwiesen. So solle verhindert werden, dass der Spitalnotfall sich mit zu vielen Bagatellen beschäftigen muss.

Am Standort Altstätten besteht keine vorgelagerte Praxis und ist derzeit auch keine geplant. (gb)


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