Tagblatt Online, 07. Juni 2012 10:24:00
Teuerungsausgleich und Zusatz-Ferientage gestrichen
ST.GALLEN. Das Sparpaket II trifft auch die Angestellten der St.Galler Staatsverwaltung: Sie müssen in den nächsten drei Jahren auf zusätzliche Ferientage, eine Reallohnerhöhung und den Ausgleich der Teuerung verzichten. Dies beschloss der Kantonsrat am Donnerstag.
Die Fraktion von SP und Grünen machte sich in der Spardebatte für das Personal stark. Ihre Anträge, die Sparmassnahmen zu streichen, blieben aber allesamt ohne Chance. Zusammen mit dem Verzicht auf den Ausbau des Personalbestands um 23 Stellen, den der Kantonsrat bereits am Mittwoch beschloss, werden beim Personal ab 2015 rund 20 Millionen Franken eingespart.SVP und FDP wollten mehr
Das war der SVP-Fraktion zu wenig. Ihr Präsident Michael Götte (Tübach) stellte den Antrag, der Personalaufwand solle bis 2015 schrittweise um 26 Millionen Franken gesenkt werden. Die FDP-Fraktion war ebenfalls für den massiven Stellenabbau. Ihr Präsident Marc Mächler (Zuzwil) bezeichnete die Massnahme als notwendig für eine nachhaltige Sanierung des Staatshaushalts.
Die Fraktion von SP und Grünen war dagegen. Ihr Sprecher Peter Hartmann (Flawil) sprach von einem Abbau von über 200 Stellen. Ein solcher Abbau sei verantwortungslos und führe zu einem massiven Qualitätsabbau auf der Verwaltung. SP und Grüne erhielten Support von der Fraktion von CVP und EVP.
Gehrer wehrt sich für Personal
Finanzchef Martin Gehrer (CVP) wehrte sich ebenfalls gegen einen weiteren Stellenabbau oder einen Verzicht des Stufenanstiegs bei den Löhnen. Die Mitarbeitenden der Staatsverwaltung liefen auf «dem Zahnfleisch», sagte Gehrer.
Michael Götte zog den Antrag der SVP schliesslich zu Gunsten eines Kompromiss-Antrags von Beat Jud (CVP, Schmerikon) zurück. Jud wollte den Personalaufwand um die Hälfte, um 13 Millionen Franken, senken. Beat Juds Antrag wurde vom Parlament schliesslich mit 56 zu 53 Stimmen knapp abgelehnt. (sda)
-
Kanton kürzt Staatsbeiträge um 20 Millionen
-
Flade-Beitrag von zwei Millionen bleibt
-
Kantonsrat gegen ein «Sparpaket III»
-
Berufsschullehrkräfte müssen «bluten»
-
Regierung muss Fusion zweier Spitalverbunde prüfen
-
Kürzungen bei der Lehrerausbildung
-
Pendlerabzug wird auf 3000 Franken beschränkt
-
Auch Mittelschulen müssen sparen
-
Teuerungsausgleich und Zusatz-Ferientage gestrichen
-
Rotstift wird auch bei HSG angesetzt
-
Pendlerabzug wird auf 3000 Franken beschränkt
-
Weniger Geld an regionale Buslinien
-
Weniger Geld in den Strassenfonds
-
10 Millionen weniger für Finanzausgleich
-
Beiträge an Suchtberatungsstellen werden gestrichen
-
Staatsbeiträge an Denkmalpflege gekürzt
-
Grosser Stellenausbau fällt ins Wasser
-
Forschungsbeiträge für Spitäler gestrichen
-
Landeskirchen bleiben verschont
-
Kulturförderung wird beschnitten
- Artikel empfehlen:









Kommentare lesen
micella (07. Juni 2012, 16:35)
Champagner
Also wenn die Kantonsräte endlich einmal ihr Salär kürzen, dann darf gefeiert und auch einmal eine Flasche Schämpis genossen werden ! Suchtpotential hin oder her
Beitrag kommentierenPunto (07. Juni 2012, 11:11)
Sparen
ist ja O.K. dass wir alle sparen müssen, oder mehr Steuern bezahlen. Aber wenn ich jetzt alle Artikel betreffend sparen, immerhin 15 Stück, durchlese,finde ich immer noch kein Sparen bei den Löhnen der Kantonsräte, Paralamentarier oder Politiker oder wie sich die allen nennen. Wieviel wird bei diesen Löhnen eingespart. ALLE sollen sparen und ihren Beitrag leisten, selbst unsere Heimbewohner, die ja nun wahrlich nichts zu verschleudern haben werden noch beschnitten. Also nochmals, wieviel wird bei den Gehältern unserer Regenten eingespart?
Beitrag kommentierenKommentar schreiben