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Tagblatt Online
3. Februar 2016, 09:00 Uhr

Junge Lehrer erhalten mehr Lohn

Junge Lehrer im Kanton St.Gallen erhalten mehr Lohn - im Bild das Schulhaus Schönenwegen in der Stadt St.Gallen. Zoom

Junge Lehrer im Kanton St.Gallen erhalten mehr Lohn - im Bild das Schulhaus Schönenwegen in der Stadt St.Gallen.

ST.GALLEN. Die St.Galler Regierung hat für die Lehrpersonen des Kindergartens und der Primarschule einen höheren Einstiegslohn beschlossen. Sie will damit einen Lehrermangel vorbeugen und die Schulqualität sichern.

Die Massnahme greift ab dem Schuljahr 2016/17, wie die Staatskanzlei des Kantons St.Gallen in einer Mitteilung schreibt. Zuständig für die Finanzierung der Lehrerlöhne sind die Gemeinden. Sie unterstützen die Massnahme. Generelle Lohnerhöhungen für Lehrpersonen fallen zurzeit ausser Betracht.
 
Lehrpersonen im Kanton behalten
 
Die Pädagogische Hochschule St.Gallen (PHSG) bildet die Lehrpersonen für die Bedürfnisse der St.Galler Volksschule aus. Die Ausbildung im Kanton sei eine Investition in die Schulqualität im Kanton, heisst es in der Mitteilung. Diese Investition dürfe ihre Wirkung nicht verlieren. "Zu einem Verlust kann es kommen, wenn frisch diplomierte Lehrpersonen in grösserer Zahl in anderen Kantonen in den Beruf einsteigen, weil sie dort einen massiv höheren Lohn erhalten." Lehrpersonen orientierten sich zwar bei der Wahl ihres Arbeitgebers nicht ausschliesslich am Lohn - das private Umfeld, die Lebensqualität und die Kaufkraft des Lohns am Lebensmittelpunkt sind gemäss Mitteilung ebenso entscheidend. Ein gewisser Rückstand bei den Lehrerlöhnen könne daher in Kauf genommen werden.
 
Heute erhalten Primarlehrpersonen im ersten Arbeitsjahr im Kanton Thurgau rund 5500 Franken mehr Lohn als im Kanton St.Gallen. Im Kanton Zürich beträgt die Differenz zulasten des Kantons St.Gallen fast 17'000 Franken. Damit bestünden laut Kanton massive lohnmässige Anreize für junge Lehrpersonen, eine Stelle in einem der Nachbarkantone anzunehmen. Die Situation ist auch deshalb prekär, weil zurzeit viele Lehrpersonen in den Ruhestand gehen und durch junge Lehrpersonen ersetzt werden müssen.

Wieder konkurrenzfähig werden
 
Die Regierung hat nun beschlossen, ihren gesetzlichen Spielraum auszuschöpfen und für die Junglehrpersonen ab kommendem Schuljahr den Lohn der Lohnklassen 1 und 2 für Kindergarten- und Primarlehrpersonen auf den Betrag der Lohnklasse 3 zu erhöhen. Damit würden sich die erwähnten Lohnrückstände auf ein vertretbares Mass verringern, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Gegenüber dem Kanton Thurgau wird der Rückstand kompensiert. Gegenüber dem Kanton Zürich verringert er sich auf knapp 10'000 Franken. Damit werde der Kanton St.Gallen für Berufseinsteigerinnen und -einsteiger wieder konkurrenzfähig.
 
Die Lohnerhöhung gilt ausschliesslich für Kindergarten und Primarschule - für die anderen Schulstufen bestehe weder die gesetzliche Grundlage noch ein Bedarf für eine Anpassung. Die Erhöhung beschränkt sich auf die ersten beiden Arbeitsjahre.
 
Verbände der Gemeinden stimmen zu
 
Die Löhne der Lehrpersonen werden zwar durch den Kanton bemessen, aber durch die Gemeinden bezahlt. Das Bildungsdepartement hat daher, wie es auch das Gesetz verlangt, vor der Lohnanpassung für die Jung-Lehrpersonen die Vereinigung St.Galler Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten (VSGP) und den Verband St.Galler Volksschulträger (SGV) angehört. Beide Verbände stimmen der Massnahme zu. Die Auswirkungen auf die kommunalen Lohnbudgets sind laut Mitteilung moderat, zumal für junge Lehrpersonen wesentlich tiefere Lohnkosten anfallen als für ältere Lehrpersonen, wenn diese von jenen abgelöst werden. (pd/red.)
 


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