Tagblatt Online, 03. August 2012 07:35:00
Ist die Sackgasse doch keine?
Blick von den Churfirsten auf die Alp Schwaldis und den Walensee. (Bild: W&O)
WALENSTADT. Elf Gemsen haben sich in den Churfirsten auf einem Felsband aufgehalten, von dem es an sich kein Entkommen gibt. Nun sind die Tiere verschwunden. Hinweise auf ihren Tod gibt es nicht.
HANSPETER THURNHERR
Es ist ein schmales Felsband in den Churfirsten, genauer oberhalb der Alp Schwaldis, die hoch über dem Walensee liegt. Auf dieses Felsband verirren sich immer wieder Gemsen – und: Ein Entkommen vom Felsen gibt es im Sommer nicht. Das Gras auf dem Band reicht nur für wenige Tiere zum Übersömmern. Kürzlich wurden elf Gemsen auf dem Felsband beobachtet. Dann waren sie verschwunden. Es gibt weder Hinweise, dass die Tiere tot sind, noch eine Erklärung, wie sie allenfalls einen Ausweg gefunden haben.
In den vergangenen Jahren haben sich immer wieder Tiere auf das Felsband «verirrt». Wildhüter Albert Good sagt: «Vergangenen Sommer war Steinwild auf dem Felsband, dieses Jahr sind es Gemsen.» Von einem früheren Wildhüter wisse er, dass es vor zwanzig Jahren ebenfalls zweimal solche Situationen gegeben hatte. «In den letzten zwanzig Jahren wurden somit viermal Tiere auf dem Felsband festgestellt», sagt Good.
«Unerklärlich»
Vor gut zwei Wochen beobachtete der Wildhüter nur noch vereinzelte Tiere auf dem Band – in den letzten Tagen gar keine mehr. «Auch der Älpler einer nahen Alp sah keine Tiere mehr. Es ist mir unerklärlich. Ich weiss nicht, wie die Tiere allenfalls einen Ausweg gefunden haben. Es muss aber wohl so sein, denn dass sie innert weniger Tage verhungert sind, ist unwahrscheinlich», sagt Good. Es hätten sonst auch Adler und Kolkraben beobachtet werden müssen, die sich am Aas gütlich taten. Doch es sei nichts dergleichen festgestellt worden.
Vorgehen diskutiert
Good hatte mit Guido Ackermann, Leiter des kantonalen Amtes für Natur, Jagd und Fischerei, die Situation der Tiere auf dem Felsband besprochen. «Wir waren uns einig, dass es schwierig ist, etwas zu unternehmen. Man hätte sich über die überhängende Felswand abseilen müssen. Doch dann hätte die Gefahr bestanden, dass die Tiere in Panik geraten und in den Tod stürzen.»
Kanton klärt ab
Amtsleiter Ackermann habe signalisiert, der Kanton werde die Situation mit Fachleuten abklären. Falls überhaupt möglich, sollen Massnahmen ergriffen werden, um künftige Konfliktsituationen zu vermeiden. Stellt sich das Problem nur im Sommer? Wenn im Winter genügend harter Schnee in den Couloirs der Felswand liege, könnten die Tiere bergwärts vom Felsband entkommen, sagt Wildhüter Good.
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adolfk31 (03. August 2012, 13:51)
Die Gemsen waren eben ....
gescheiter als unsere vielfach aus weiter Ferne zugezogenen Journalisten .....
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