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Tagblatt Online, 27. Juli 2012 01:35:36

Flutwelle bis ins Rheintal

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Der Stausee Gigerwald im Calfeisental. (Bild: axpo)

Wenn der Staudamm Gigerwald im Calfeisental bricht, steht Haag einen Meter tief unter Wasser. Eine Rheintaler Kantonsrätin erkundigt sich deshalb nach der Sicherheit der Talsperre.

REGULA WEIK

ST. GALLEN. 35 Kilometer sind es vom Stausee Gigerwald im Calfeisental hinunter ins Rheintal nach Haag. Doch: Wenn die Mauer bricht, bekommen die Rheintaler mehr als nasse Füsse. Die gespeicherte Wassermenge reicht, um Haag einen Meter tief unter Wasser zu setzen.

Eine beunruhigende Vorstellung. Und so wirft denn auch die Salezer Kantonsrätin Verena Frick (SVP) Fragen zur Sicherheit der Talsperre im Calfeisental auf. Und auch zu jener im Averser Tal. Sollte die dortige Staumauer Valle di Lei brechen, würde die Flutwelle zwei bis drei Stunden später Bad Ragaz erreichen.

Erdbebensicher

Die St. Galler Regierung beruhigt in ihrer Antwort. Sämtliche grossen Talsperren in der Schweiz – dazu zählen auch Gigerwald und Valle di Lei – müssten dieselben Anforderungen erfüllen: Sie müssen einem Erdbeben standhalten, das statistisch gesehen einmal in 10 000 Jahren auftreten kann. Dessen Heftigkeit wird nicht überall gleich angenommen; sie variiert von Standort zu Standort. Die Angaben dazu sind in der Erdbeben-Risikokarte festgehalten. «Die Talsperre Gigerwald muss gemäss dieser Risikokarte einem stärkeren Erdbeben standhalten als die Talsperre beim AKW Mühleberg», schreibt die Regierung.

Die Betreiber von Stauanlagen müssen regelmässig einen Nachweis der Erdbebensicherheit erbringen. Diese werden vom Bundesamt für Energie – es hat die Oberaufsicht über sämtliche Stauanlagen in der Schweiz – kontrolliert und genehmigt oder eben auch mit Auflagen zurückgewiesen.

Ständig überwacht

Weiter hält die Regierung fest: Sämtliche Staumauern würden permanent mit «hochsensiblen» Messgeräten überwacht. Diese sind mit der jeweiligen Zentrale der Talsperre verbunden und lösen bei einem Ereignis oder einer Störung selbständig Alarm aus. Die Anlagen werden zudem jährlich überprüft; alle fünf Jahre gibt es umfangreiche Kontrollen und Tests.

Und was geschieht im schlimmsten Fall, wenn die Staumauern Gigerwald und Valle di Lei zeitlich verschoben brechen, so dass die beiden Flutwellen gleichzeitig im Rheintal eintreffen? Über die Auswirkungen einer solchen Monsterwelle gebe es «heute noch kaum Erkenntnisse», schreibt die Regierung. Auch der Bund habe dazu «keine konkrete Aussage» machen können. Ausser diese: Die Wahrscheinlichkeit eines solchen kombinierten Ereignisses werde als «noch weit geringer» beurteilt als die ohnehin schon geringe Wahrscheinlichkeit, dass eine Staumauer bricht.




Leser-Kommentare:
2 Beiträge

Kommentare lesen

ahorngrau01 (27. Juli 2012, 17:47)
Obligatorischer Schwimmunterricht

Einen obligatorischen Schwimmunterricht brauche ich nicht. Ich benutze einfach die Schwimmflügeli Ha! Ha!

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adolfk31 (27. Juli 2012, 05:21)
obligatorischer

Schwimmunterricht, auch für Gastbesucher ist von Nöten ...

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