Direkte Links und Access Keys:

Tagblatt Online, 15. Juni 2010 01:01:58

Unheilbar krank – und jetzt?

Unheilbar krank sein löst Unsicherheit, Angst und Hilflosigkeit aus. Jetzt gibt eine Broschüre des Bundes und der Gesundheitsdirektoren Antworten auf die drängendsten Fragen. Und sie zeigt, was palliative Pflege zu leisten vermag.

Markus Löliger

St. Gallen. Lediglich jeder dritte Erwachsene in der Deutschschweiz hat schon einmal den Begriff Palliative Care gehört. Da setze man mit der Broschüre an, sagt Daniel Büche, Palliativmediziner und Präsident des Netzwerks «palliative ostschweiz». Das Wissen um die Möglichkeiten der Palliative Care soll verbessert und zum Allgemeingut werden.

Lebensqualität bis zuletzt

Für die St.

Galler Gesundheitschefin Heidi Hanselmann ist das Ziel aller Bemühungen klar: «Palliative Pflege soll die Lebensfreude und möglichst hohe Lebensqualität ermöglichen, auch in der schwierigen letzten Lebensphase.» Palliativ komme vom lateinischen Wort «Pallium» und bedeutet Mantel. Das sei ein treffender Begriff, gehe es doch vor allem darum, «die Betroffenen, ihre Angehörigen und ihr soziales Umfeld in einen Mantel von Aufmerksamkeit, Fürsorge, Nähe und professionellem Wissen zu hüllen», sagt Hanselmann.

Palliative Care soll «nicht dem Leben mehr Tage hinzufügen, sondern den Tagen mehr Leben» – heisst die Maxime der Begründerin Cicely Saunders.

Schweizweit flächendeckend

Ziel der «Nationalen Strategie Palliative Care 2010–2012», zu der auch die Broschüre gehört, sei das Bemühen, der palliativen Pflege ein gesamtschweizerisch gültiges Schnittmuster zugrunde zu legen, sagt Hanselmann.

Damit schaffe man einen anerkannten Massstab für die Versorgung schwerkranker und sterbender Patienten und für die Finanzierung der Pflege, die Aus- und Weiterbildung des Fachpersonals, für Forschung und die geeigneten Instrumente zur Realisierung eines schweizweit flächendeckenden Angebots.

Bei aller Organisation und Strategie – letztlich soll der oder die Betroffene für sich selber entscheiden, was richtig und wichtig ist, heisst ein Credo der Palliativpflege.

Die Würde eines schwerkranken Menschen soll in jeder Lebensphase beachtet werden. Lebensqualität beginnt meist dort, wo die betroffenen Menschen mit ihren Sorgen und Anliegen ernst genommen werden. Die Nachfrage nach Betreuung, Begleitung und Unterstützung von schwerkranken Menschen und ihren Angehörigen nimmt als Folge der demographischen Entwicklung zu. Gleichzeitig wird das familiäre und nachbarschaftliche Netz dünner. In der Stadt St. Gallen ist jeder zweite ein Ein-Personen-Haushalt; im Kanton jeder dritte.

Ohne Unterstützung zu Hause sei Palliativpflege «schlecht möglich», sagt Daniel Büche. Für ihn und die Leiterin der IG Freiwillige, Claudia Buess-Willi, ist deshalb klar: Die Grundversorgung muss auf Gemeindeebene organisiert sein.

Die Broschüre «Unheilbar krank – und jetzt?» kann bei «palliative ostschweiz», Flurhofstrasse, St. Gallen, bezogen oder auf www.bag.admin.ch heruntergeladen werden.




Leser-Kommentare:
keine


Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden.

Kommentar schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!

Um Inhalte kommentieren zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren!

Anzeige:

Anzeige:

Anzeige:

Anzeige:

tagblatt.ch / ipad

iPad und E-Paper

facebook.com / tagblatt

 ...

Anzeige: