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Tagblatt Online, 03. Januar 2009 08:23:00

Forscherkiste bringt Schulkinder zum Staunen

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Initiant Gerd Oberdorfer: «Die Experimentierkisten sollen anregen und Emotionen wecken, ohne dass der Lehrer zuerst viel erklärt. Die Schüler und Schülerinnen können alles selber machen, das motiviert.»

Ein Resultat der Pisa-Studie ist: Es besteht zu wenig Interesse an den Naturwissenschaften. Dem wirkt ein neu aufgegleistes Projekt der Pädagogischen Hochschule entgegen. Auch wenn dies gar nicht die Absicht war.

Thomas Walliser Keel

Rorschach. 200 Kisten mit Experimenten warten auf ihren Einsatz. Fein säuberlich zusammengestellt von Pensionierten. Dank ihnen kann Gerd Oberdorfer, Lehrer an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen in Rorschach, seine Idee neu lancieren: in Kindern spielerisch die Freude an Naturwissenschaften wecken. Mit einem tourenden Anhänger voller Experimentierkisten, ohne Vorkenntnisse, ohne Leistungsdruck.

Für alle fünf Sinne

«Entscheidend ist, dass die Lehrer nicht ein Experiment demonstrieren, sondern dass die Kinder selber ein Phänomen beobachten», erklärt Gerd Oberdorfer, der seine Leidenschaft für Naturwissenschaften als Kind mit dem Schmelzen von Zucker zu Caramel entdeckte. Viele der Versuche sind deshalb aus dem Alltag gegriffen. Zum Beispiel einen Stapel schwere Bücher auf Eierschalen stellen. Oder mit der Velopumpe eine Rakete zum Fliegen bringen. Oder im Bach ein mit Schaufelrädern bestücktes Boot gegen den Strom schwimmen sehen.

Die Möglichkeiten – aufgeteilt auf die fünf Sinne Sehen, Fühlen, Hören, Riechen und Schmecken – sind fast unbegrenzt und bringen auch die Erwachsenen zum Staunen. Bei den Kindern wird so eine gute Basis gelegt. Gerade bei Mädchen könne so vermieden werden, dass sie eine Abneigung gegen Naturwissenschaften entwickelten, sagt Gerd Oberdorfer.

Technorama interessiert

Ein weiterer Vorteil der Forscherkiste: Sie richtet sich an Kindergärtler wie an Sechstklässler. Eine auf Karton aufgeklebte Spiegelfolie bringt die Kleinen vor allem zum Staunen, während die Grossen beim Biegen des Kartons Begriffe wie konkav lernen.

Schon ein Vorläufer-Projekt hatte Erfolg: «Viele Schulen, die die Forscherkiste eine Woche für 500 Franken gemietet haben, wollten sie später wieder buchen», sagt Gerd Oberdorfer. Dank der Unterstützung durch Pensionierte sollen ab diesem Jahr noch mehr Schulen von der Forscherkiste profitieren. Und mit der Zusammenarbeit mit dem Technorama könnte das Projekt bald weitere Kreise ziehen.

www.phsg.ch, Dienstleistungen




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