Tagblatt Online, 28. August 2008 01:00:20
Die Warner von der Anti Genozid Partei
Leute aus dem Umfeld der Organischen Christus-Generation (OCG) aus Walzenhausen haben eine neue Partei gegründet
AGP-Parteispitze: Anni Sasek, Kurt und Gerda Weber. (Bild: Bild: Regina Kühne)
Rebstein. Die Vertreter der Anti Genozid Partei (AGP) warnen vor der totalen Überwachung. Sie wollen erste Anzeichen für einen bevorstehenden «Genozid» an allen freiheitsliebenden Menschen, Bibelgläubigen, Juden und Moslems erkannt haben.
Andreas Fagetti
Während sich manche Politiker ängstlichen Bürgern mit Überwachungstechnik aller Art andienen, warnen Anni Sasek (Vizepräsidentin), Kurt Weber (Präsident) und Gerda Weber (Kassierin) von der eben gegründeten Partei mit dem obskuren Namen gestern in Rebstein vor der totalen Überwachung. Die wird einmal böse enden, wenn wir uns nicht wehren. Im Zentrum ihrer Befürchtungen steht der RFID-Chip. RFID steht für Radio Frequency Identification, also das Erkennen von Objekten über Funk. Wo immer Dinge (oder Personen) gekennzeichnet, registriert, gezählt oder überwacht werden, nützt die RFID-Technologie. So wird seit 2007 allen Schweizer Hunden ein Chip unter die Haut gepflanzt.
Es liege nahe, dass dereinst auch Menschen solche Implantate verpasst würden. Vielleicht werde man eines Tages nur noch per Chip auf sein Konto zugreifen können, warnt Anni Sasek. Und wer sich weigere, werde ausgegrenzt. Von der Ausgrenzung sei es ein kleiner Schritt zum Massenmord. Das habe die Geschichte mehrfach gezeigt – im Dritten Reich, in der Sowjetunion, in der Volksrepublik China.
Auch wenn es in unseren Breiten keinerlei Anzeichen für einen derartigen Genozid gibt – warnen schadet nicht. Die AGP hat kein politisches Programm. Sie versteht sich einzig als Frühwarnsystem vor dem totalen Überwachungsstaat und dem besagten Massenmord, dem nach Ansicht der AGP-Vertreter vor allem Christen, Juden und Moslems zum Opfer fallen würden.
Die Anti Genozid Partei ist aus der Anti-Genozid-Bewegung (AGB) hervorgegangen, der vorwiegend Bibelgläubige angehören. Anni Sasek, Mutter von elf Kindern, ist die Ehefrau von Ivo Sasek. Er gründete die Organische Christus-Generation.
Seine Gemeinschaft zählt offenbar mehrere Hundert Anhänger. Kritikern gilt sie als christlich-fundamentalistisch mit sektenhaftem Verhalten. Schlagzeilen machte Ivo Sasek unlängst mit dem Monumentalspielfilm «Helden sterben anders».
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