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Tagblatt Online, 05. November 2009 18:43:00

Bill Clinton: «Jeder kämpft mit einer gewissen Art von Behinderung»

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Bill Clinton sprach an der Eröffnung des CDI Center for Disability and Integration an der Universität St.Gallen. (Bild: Hannes Thalmann)

ST.GALLEN. Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton hat in St.Gallen die Gesellschaft dazu aufgerufen, behinderte Menschen nicht zu diskriminieren. Jeder Mensch habe mit einer gewissen Art von Behinderung zu kämpfen.

Die Rede des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton an der HSG. (Quelle: Radio FM1)

Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton hat das Zentrum für die Integration von Menschen mit Behinderung an der Universität St.Gallen (HSG) eingeweiht. Eingeladen hatte ihn die Stiftung «MyHandicap», die das Zentrum finanzierte.

Die neue Forschungseinrichtung soll die berufliche und soziale Integration von Menschen mit Behinderung fördern.

So untersuchen die neun Forscher des Centers for Disability and Integration (CDI-HSG) zum Beispiel, wie die Invalidenversicherung ausgestaltet sein sollte oder welchen Nutzen die Arbeitgeber aus der Integration von handicapierten Menschen ziehen können.

Zum offiziellen Start des Zentrums kam kein Geringerer als der ehemalige US-Präsident Bill Clinton. Der 63-Jährige ist mit dem deutschen Internet-Unternehmer Joachim Schoss gut befreundet, dem Gründer der Stiftung «MyHandicap».

Als Schirmherr der Stiftung hielt Clinton eine 40-minütige Rede, die ihn sichtlich berührte. Während er normalerweise pro Rede bis 150'000 Franken kassieren soll, tat er dies gratis. Clinton betonte, dass das neue Center die Lebenssituation von behinderten Menschen verbessern werde – sowohl in der Schweiz, als auch in Europa.

Clinton rief dazu auf, behinderte Menschen nicht zu diskriminieren. «Jeder Mensch kämpft mit einer gewissen Art von Behinderung», sagte er. Die Unterscheidung zwischen behinderten und anderen Menschen müsse aufhören. Nichtbehinderte würden eine Menge von Behinderten lernen können, so Clinton weiter. «Ich habe viele Behinderte getroffen die konsequent ihren Weg gegangen sind und dabei nur im Blick hatten, was ihnen als Möglichkeiten offen steht.»

Er und seine Frau Hillary, die amtierende US-Aussenministerin, hätten zahlreiche Behinderte für den engsten Berater- und Wahlkampfstab verpflichtet. Nicht wegen derer Behinderung. Clinton: «Sondern weil sie die besten waren.»

Es sei ungerecht, physisch behinderte Personen anders zu behandeln, nur weil man ihnen die Behinderung ansehe.

Dabei sieht der Ex-Präsident auch die Gesellschaft in der Pflicht. «Wir dürfen behinderte Menschen nicht als hilflose Geschöpfe wahrnehmen, sondern müssen sie motivieren, ihr Potenzial zu nutzen.» Der direkte Augenkontakt mit Clinton blieb nur den 170 geladenen Gästen vorbehalten. Die Studenten konnten die Rede im Audimax.  (sda/red.)

Video: Bill Clinton an der HSG

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