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Tagblatt Online, 22. April 2010 01:03:57

Berufsschüler trimmen sich in Garagen fit – bis auf weiteres

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Die provisorischen Fitnessräume der GBS stehen auch dem Personal offen – Abwart Christoph Kuster beim Training. (Bild: Bild: Hanspeter Schiess)

Die Schülerinnen und Schüler des Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum im Riethüsli turnen seit dem Halleneinsturz von Provisorium zu Provisorium. Das Herumziehen wird nicht so rasch ein Ende haben.

regula Weik

St. Gallen. «Es ist ein schwieriger Moment.» Lukas Reichle, Rektor des Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrums St. Gallen, macht aus seiner Enttäuschung kein Geheimnis – «auch wenn ich den Entscheid des Kantonsparlaments im Kopf nachvollziehen kann». Dieses hatte am Dienstag ein Hallenprovisorium bachab geschickt (Ausgabe vom 21. April). Damit hätte die Schule fixe Räume für den Sportunterricht erhalten – bis die eingestürzte Halle wieder aufgebaut ist.

Bis Ende Jahr gesichert

1700 Lernende oder 106 Klassen verloren durch den Halleneinsturz ihre Sportmöglichkeit. Die Schülerinnen und Schüler trainieren seither Fitness im Athletik Zentrum, spielen Volleyball in der Olma-Halle, hängen an Kraftgeräten in der Zivilschutzanlage der Schule oder in nahen Garagen, rennen im Wald, kurven auf dem Eisfeld. Die Organisation des Sportunterrichts komme seit dem Halleneinsturz «einer Generalstabsübung» gleich, sagt Reichle. Machbar, doch auf Dauer nicht zumutbar.

So gibt es in den Fitnessräumen in der Zivilschutzanlage keine Fenster. «Wenn sich 24 Menschen in einem Raum sportlich betätigen und schwitzen und es kaum eine Möglichkeit zum Lüften gibt…» Der Rektor muss den Satz nicht zu Ende führen; die stickige Situation erklärt sich ohne Worte.

Die aktuellen Provisorien Athletik Zentrum und Olma-Hallen seien «mittelfristig» gesichert, sagt Reichle, «nicht aber über Jahre». Bereits ist auch klar: Während der Olma muss die Schule die Hallen räumen; dann wird jeder Quadratmeter für die Messe gebraucht.

«Schnellstmöglich eine Lösung finden»: Der Rektor hat diese Forderungen im Kantonsparlament im Ohr, wenn er sagt: «Sie dürfen keine Lippenbekenntnisse bleiben.»

Ruedi Giezendanner, Leiter des kantonalen Amtes für Berufsbildung, bestätigt: Die aktuellen Provisorien seien bis Ende Jahr gesichert; das «Wie weiter» noch offen. Der Kanton werde nun rasch «eine Auslegeordnung» machen.

Billiger oder nicht?

Wie viel kosten die aktuellen Provisorien? Der Rektor spricht von einer halben Million Franken pro Jahr. Bis zum Bezug der wieder aufgebauten Halle dürften einige Jahre verstreichen, die Kosten für die Provisorien damit leicht auf mehrere Millionen steigen – «ohne Gegenwert», sagt Reichle. Anders das Hallenprovisorium: Es hätte 4,4 Millionen gekostet und hätte danach vom Kanton vermietet oder verkauft werden können.





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