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Tagblatt Online, 10. Juni 2008 08:21:56

Bauland im Park halbiert

Landtausch soll Wartegg mindestens vor einer von zwei projektierten Überbauungen bewahren

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Das Schloss Wartegg, Rorschacherberg, liegt in einem ausgedehnten Park. (Bild: Bild: Hanspeter Schiess)

Rorschacherberg. Baupläne in Wartegg schrumpfen von 120 auf 70 Wohnungen und ein Haus. Landtausch und Geld von der Gemeinde Rorschacherberg ermöglichen, eines von zwei Baugebieten in diesem Park freizuhalten.

Fritz Bichsel

Der Park um Schloss Wartegg oberhalb der Staader Seebucht ist gut 100 000 Quadratmeter gross. 19 000 auf Gemeindegebiet von Rorschacherberg dürfen überbaut und sollen gemäss den aufliegenden Projekten jetzt genutzt werden. Das wollen Naturschutzorganisationen, gut 2000 «Freunde von Wartegg» und die Schlossbesitzer verhindern. Nach langen Verhandlungen hat der Gemeinderat nun erreicht, dass das südliche der beiden Baugebiete grün bleiben kann.

Auch «glückliche Umstände»

Der Ansatz ist an sich einfach: Die Eigentümerin Tübag kann bauen, aber ausserhalb des Parks. Doch dadurch reduziert sich das Baugebiet um gut 8000 Quadratmeter in Millionenwert. Es waren deshalb «glückliche Umstände, viele Gespräche, umfangreiche Verträge und Vereinbarungen sowie ein finanzieller Beitrag der Gemeinde» nötig, wie Gemeindepräsident Ernst Tobler nach der Unterzeichnung gestern berichtete. Das Resultat ist ein aussergewöhnliches Tauschgeschäft.

Tausch und Aufpreis

Die Tübag erhält 7500 Quadratmeter Bauland in der Nähe. Der Eigentümer des Ersatzlandes, Anton Wirth, übernimmt gegen einen Aufpreis ihre 9500 Quadratmeter im Park und verpflichtet sich, dort nur ein Einfamilienhaus zu bauen. Durch höhere Ausnützung für Zwei- statt Einfamilienhäuser wird das Ersatz-Bauland wertvoller, sinkt der Aufpreis auf 1,4 Mio. Franken. Davon bezahlt die Gemeinde 0,5 Mio. – und sie verzichtet auf neue Einwohner in 50 Wohnungen. All dies gilt allerdings nur, wenn die Bürger zustimmen: dem Gemeindebeitrag von einer halben Million sowie den Umzonungen des Ersatzlandes von WE zu W2 und der Baufläche im Park in Grünzone und eine Einfamilienhaus-Parzelle.

Jahrzehntealtes Anliegen

Das Siedlungsgebiet ist an Wartegg herangewachsen und sollte auch weit in den Park hinein vorrücken. In einem Verfahren über Jahrzehnte wurde das Bauland im Park auf zwei Teilgebiete und jetzt auf eines reduziert. Ob auch der letzte mögliche Eingriff abgewendet werden kann, muss der Gemeindepräsident noch offen lassen: «Es gibt Ideen, aber zuerst müssen wir uns auf das Gelingen im Südteil konzentrieren.»





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