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Aus für Kugl, 31. Mai 2010 14:35:45

«Ein bisschen unter Schock»

Aus für Kugl

Party Zoom

Bald die letzte Party im Kugl? (Bild: Archivbild: Hannes Thalmann)

ST.GALLEN. «Kultur am Gleis» (Kugl) hat den Rechtsstreit mit einem Nachbarn verloren. Die Kulturinstitution im alten Güterbahnhof steht vor dem Aus. Die Verantwortlichen sind skeptisch, dass sich ein anderer Standort in der Stadt St.Gallen finden lässt.

Reto Voneschen

«Wie eine Bombe» hat am Montag der Entscheid des Bundesgerichtes bei den Kugl-Verantwortlichen eingeschlagen. Er stehe immer noch «ein bisschen unter Schock», sagte Geschäftsführer Daniel Weder in einer ersten Reaktion gegen Mittag. Er sei enttäuscht über diese Entwicklung, weil er fest darauf gehofft habe, dass das Bundesgericht den Entscheid der Vorinstanz gegen das Kugl kippen werde.

Das kantonalen Verwaltungsgericht hatte entschieden, dass eine Einrichtung wie das Kugl mit teilweise unbeschränkten Öffnungszeiten in der Wohn- und Gewerbezone nichts zu suchen habe. Dieses Urteil empfindet Daniel Weder weiterhin als «willkürlich» und «nicht nachvollziehbar». Dies vor allem auch, weil es ohne Augenschein und ohne Berücksichtigung der tatsächlichen Situation rund ums Kugl gefällt worden sei.

Hoffen auf Übergangsfrist
Offen ist für Daniel Weder im Moment, wann das Kugl tatsächlich dicht machen muss. Für das laufende Programm habe man Vorbereitungen getroffen und sei Verpflichtungen eingegangen. Er gehe davon aus, dass es nur schon deswegen eine Übergangsfrist bis zum Verlust der unbeschränkten Öffnungszeiten geben werde. Ob es dabei um Wochen oder um Monate geht, konnte Weder gestern «noch überhaupt nicht abschätzen». Dafür seien Gespräche mit den Stadtbehörden nötig.

Lange Öffnungszeiten zentral
Dass «Kultur am Gleis» mit kürzeren Öffnungszeiten bis zwei oder drei Uhr morgens erfolgreich geführt werden kann, bezweifelt Geschäftsführer Daniel Weder. Der Umsatz, der das finanzielle Überleben ermögliche, werde nämlich an den Wochenenden in der Zeit zwischen Mitternacht und fünf Uhr morgens erwirtschaftet. Ohne die verlängerten Öffnungszeiten sei das Kugl finanziell nicht überlebensfähig.

Auch der Weiterführung des Kugl an einem anderen Standort auf Stadtgebiet steht der Geschäftsführer skeptisch gegenüber. Die Verantwortlichen seien sich von Anfang an bewusst gewesen, dass der heutige Standort längerfristig neu überbaut werde und das Kugl dann ausziehen müsse. Man habe daher immer wieder einmal andere Standorte geprüft. Solche seien aber sehr rar. Wenn jemand eine Idee für einen realistischen Alternativ-Standort habe, seien die Kugl-Verantwortlichen bereit, sie zu prüfen.

Party machen ohne Auto
Wenn das Kugl ohne Auto gut erreichbar bleiben solle, brauche es einen zentral gelegenen Standort mit möglichst keinen oder wenig direkten Anwohnern, sagt Daniel Weder. Für ihn ist das Areal des alten Güterbahnhofs in dieser Beziehung ideal. Ein Standort in einem Wohnquartier etwas weiter weg vom Stadtzentrum sei wegen der Anwohner unmöglich. Eine abgelegene Liegenschaft im Industriegebiet von Winkeln wiederum sei ohne fahrbaren Untersatz nur schwer erreichbar. Weder: «Party machen und Autofahren passen aber nur sehr schlecht zusammen.» 





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