«Ich bin kein Rassist»

Beim jüngsten Weltrekordversuch von Freddy Nock wirkt auch ein Rheintaler mit. Dieser posiert auf seiner Facebook-Seite vor Nazi-Symbolen.

05. Februar 2014, 07:23
GJON DAVID

OBERRIET. Der 50jährige Zirkusartist und Extremsportler Freddy Nock will mit sechs Personen gleichzeitig in der «Todeskugel», einer geschlossenen Metallkugel, fahren. Der bisherige Rekord, ebenfalls von Nock aufgestellt, liegt bei sechs Motorradfahrern. Am Casting vom vergangenen Samstag hat Nock Dominik Gächter aus Oberriet in sein Team aufgenommen. Mehrere Zeitungen haben über das Auswahlverfahren berichtet.

Wahlspruch der SS

Fragen wirft indes die Facebook-Seite von Gächter auf. Der Rheintaler posiert auf seinem Profilbild vor einer schwarzen Fahne mit weissem Totenkopf und dem Spruch «Meine Ehre heisst Treue». Der Wahlspruch und der Totenkopf waren Symbole der Waffen-SS der Nationalsozialisten. Diese Symbole sind heute in Deutschland und in Österreich verboten, nicht aber in der Schweiz. Ausserdem findet sich in Gächters Galerie ein Bild des ehemaligen italienischen Fussballspielers Paolo Di Canio. Der Ex-Stürmer von Lazio Rom bezeichnet sich öffentlich als Faschist und Rechtsradikaler.

Als unsere Zeitung Gächter mit den Bildern konfrontiert, beteuert er: «Ich bin kein Rassist.» Er habe die Fahne zum Geburtstag geschenkt bekommen. «Mir gefiel der Totenkopf und der Spruch.» Er habe nicht gewusst, dass es ein Spruch der Nationalsozialisten sei.

Nichts dabei gedacht

Gächter beteuert, dass er mit Rechtsradikalen «nichts am Hut» habe. Als Beweis führt er an, dass auch seine Freundin eine Ausländerin sei. «Sie kommt aus Berlin.» Was das Di-Canio-Bild angehe, habe er zwar gewusst, dass er ein bekennender Rechtsradikaler sei, aber er habe sich nichts dabei gedacht. «Ich liebe die Stadt Rom und habe viele Freunde da», sagt er auf Anfrage. «Gemeinsam besuchen wir dort die Fussballspiele von Lazio Rom.» Gächter überlegt sich jetzt, die Facebook-Bilder zu löschen.


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