Bearth gegen die «Islamisierung»

25. Januar 2016, 02:40

WIL. Fast hätten wir es vergessen: Ignaz Bearth kandidiert als Präsident seiner Direktdemokratischen Partei Schweiz (DPS) im Wahlkreis Wil für den St. Galler Kantonsrat. Für Aufregung sorgt der «Patriot, Eidgenosse und Direktdemokrat» aber vor allem im Ausland. Die letzten Monate seien für ihn «als Freiheitskämpfer sehr ereignisreich» gewesen, schreibt er in einer Pressemitteilung und erwähnt Termine bei der tschechischen Partei «Morgendämmerung der direkten Demokratie» in Prag sowie bei der Pegida-Sektion Dreiländereck ennet der Basler Grenze. Es folgten Reden vor Tausenden «Patrioten» bei der Pegida in Leipzig und bei den Freiheitlichen Österreichs in Wels.

Auf seiner Facebook-Seite, der laut eigenen Angaben «grössten Politiker-Seite der Schweiz», kündigt Bearth seine nächste Rede in Prag an: «Der 6. Februar wird der Startschuss für den europäischen Widerstand gegen die Islamisierung Europas.» Weitere Demonstrationen sollen gleichentags in Warschau, Amsterdam, Birmingham oder Dresden stattfinden. Wie es unter Bearths aufgeregten patriotischen Freunden zu und hergeht, lässt sich im übrigen in den Facebook-Kommentaren lesen – mit einigem Befremden. (mel)


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