Neue Fachhochschule Ostschweiz: "Es stehen schwierige Verhandlungen bevor"

KANTONSRAT SG ⋅ Die Fachhochschulen St.Gallen, Buchs und Rapperswil sollen unter einem Dach zusammengefasst werden. Dies war am Mittwoch im St.Galler Kantonsrat unbestritten. Dabei wurde klar, dass noch schwierige Verhandlungen mit den Nachbarkantonen bevorstehen.
20. September 2017, 13:18
Der Rat nahm vom Zwischenbericht der Regierung über die geplante Fachhochschule Ostschweiz (FHO) zustimmend Kenntnis. Die Regierung will die Fachhochschule St.Gallen, das NTB Buchs und die HSR Rapperswil organisatorisch zusammenfassen und beim Bund akkreditieren. Neue Regelungen des Bundes machen dies nötig.
 
In der Debatte im Kantonsrat wurde wiederholt die Wichtigkeit einer gemeinsamen Ostschweizer Lösung für die Fachhochschulen betont. St.Gallen übernehme mit der neuen FHO beträchtliche Mehrkosten. Wichtig sei auch, dass die Autonomie der drei Standorte nicht zu stark eingeschränkt werde.
 

Weiterer Bericht 2018

Bis im Mai 2018 muss die Regierung dem Parlament einen weiteren Bericht über den Stand der Arbeiten und der Verhandlungen vorlegen. Es stünden «sehr schwierige Verhandlungen mit den Nachbarkantonen» bevor, erklärte ein FDP-Sprecher. So würden Schwyz und der Thurgau andere Modelle bevorzugen.
 
Der Kanton Schwyz sei nur am Standort Rapperswil interessiert, der Thurgau nur an St.Gallen und das Fürstentum Liechtenstein nur am Standort Buchs. Die Verhandlungen über die Trägerschaft der neuen FHO solle Sache einer Regierungsdelegation sein. Der Rat hiess einen entsprechenden Antrag gut.
 
Gegen den Willen der Regierung bestimmte der Rat, dass die st.gallische Vertretung im künftigen Hochschulrat der FHO vom Kantonsrat genehmigt werden muss. Der Rat folgte in diesem Punkt mit 96 zu 17 Stimmen der vorberatenden Kommission.
 

HTW Chur geht eigenen Weg

Die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Chur wird sich nicht an der neuen Fachhochschule Ostschweiz beteiligen. Die Bündner Regierung will das HTW Chur aus dem Verbund herauslösen und als eigenständiges Institut etablieren. Dem Bund wird ein Gesuch um Anerkennung der Schule gestellt.
 
Für den Kanton Graubünden sei eine selbstständige Hochschule von strategischer Bedeutung, schrieb die Bündner Regierung. Ausbildung, Forschung und Dienstleistungen der HTW Chur seien ein wichtiges Standbein für die wirtschaftliche Weiterentwicklung und Stärkung des Wirtschaftsstandortes Graubünden. (sda)

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