Kantonsrat diskutiert Bilanz der neuen Pflegefinanzierung

ST.GALLEN ⋅ Der St.Galler Kantonsrat hat in der Septembersession einen Bericht über die 2011 eingeführte Pflegefinanzierung zur Kenntnis genommen. Die vorberatende Kommission hatte vorgeschlagen, alternative Pflege– und Betreuungsangebote zu stärken.
18. September 2017, 17:53
Vor sechs Jahre musste im Kanton St.Gallen nach den Vorgaben des Bundes in kürzester Zeit eine neue Pflegefinanzierung eingeführt werden. Nun wurden die Erfahrungen ausgewertet. Die Regierung hatte dazu einen Bericht verfasst.

Zu den Themen darin gehörten die Höchstansätze bei den Pflegetarifen, die seit der Einführung nicht mehr angepasst wurden. Die Evaluation zeigte auf, dass diese Ansätze mittlerweile teilweise zu tief seien und zu Unterdeckungen führten, stellte die vorberatende Kommission fest.
 

Tarife decken Kosten nicht mehr

Dabei lägen die Kosten der St.Galler Pflegeheime und Spitexorganisationen im interkantonalen Vergleich tief. Trotzdem seien die Vollkosten durch die maximalen Tarife nicht mehr immer gedeckt. Eine Erhöhung scheine auch deshalb nicht ausgeschlossen, weil die Belastung der Gemeinden in den letzten Jahren tiefer ausgefallen sei als erwartetet.

Die Kommission sprach sich für alternative Angebote wie Betreutes Wohnen oder Tagesstätten für Betagte aus. Dort gebe es allerdings Finanzierungsprobleme. Es geht dabei unter anderem um die Deckung von Leistungen bei Personen, die über zu wenig finanzielle Mittel verfügen und auf Ergänzungsleistungen angewiesen sind. Es sollten Heimeintritte verhindert werden, die allein durch Finanzierungsschwierigkeiten beim Betreuten Wohnen provoziert werden, befand die Kommission.

Der Kantonsrat nahm von Bericht und Ergänzungen der Kommission ohne längere Diskussionen Kenntnis. (sda)

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