Kanton will 10'000 Tonnen Steine in den Rhein kippen

HOCHWASSERSCHUTZ ⋅ Die Ellhornschwelle im Rhein bei Sargans, Mels und Fläsch muss saniert werden. Mit der Sanierung werden die Dämme stabilisiert und der Schutz vor Hochwasser sichergestellt. Dafür sollen für 1,2 Millionen Franken 10'000 Tonnen Gestein in den Fluss eingebracht werden.
18. September 2017, 08:28
Die Schwelle im Ellhorn in Sargans besteht aus vielen Blocksteinen, die 1972 im Rhein platziert wurden. Die Steine verhinderten in der Vergangenheit, dass sich der Rhein in die Flusssohle eingräbt, die Sohle damit eintieft und folglich die Hochwasserdämme zerstört werden.
 

Neuen Steinteppich legen

45 Jahre nach dem Bau der Schwelle muss der Steinteppich komplett saniert werden. Dies ist auch eine Folge des Hochwassers im Jahr 2016. Mit der Sanierung werden 10‘000 Tonnen neue Steine in den Alpenrhein gesetzt. Mit der Sanierung kann der Grundwasserspiegel wieder stabilisiert werden. Die Instandsetzung soll auch die Fischgängigkeit verbessern und es schwimmschwachen Fischen ermöglichen, die Schwelle zu passieren. Das Projekt liegt bis am 30. September in den Standortgemeinden Sargans, Mels und Fläsch auf. Die Bauzeit dauert von Anfang November 2017 bis Ende Februar 2018. Die Kosten für das Projekt betragen 1,2 Millionen Franken.
 

Rhein wird umgeleitet

Die Bauarbeiten müssen in zwei Etappen ausgeführt werden. In der ersten Etappe wird die St.Galler Seite des Rheins saniert. Damit die Blocksteine im Trockenen verlegt werden können, wird der Rhein auf die Bündner Seite umgeleitet. Nach Abschluss der ersten Etappe wird der Fluss wieder umgeleitet und die Bauarbeiten auf Bündner Seite werden in Angriff genommen. In der zweiten Bauetappe erfolgen die Lieferung der Wasserbausteine und die Anlieferung der Baumaterialien sowie der Maschinen über das Gemeindegebiet von Balzers. Wegen des Ellhorns kann die Baustelle nicht über das Fläscher Hoheitsgebiet erreicht werden.
 

Zusammenarbeit mit Hochschule Rapperswil

Im Herbst 2016 wurde die Hochschule Rapperswil (HSR) durch den Kanton St.Gallen beauftragt, ein Sanierungskonzept für die Schwelle auszuarbeiten. Basierend auf den Erkenntnissen der HSR sowie den topgrafischen Grundlagen aus der Drohnen- und Echolotvermessung wurde ein entsprechendes Bauprojekt ausgearbeitet. Das Sanierungskonzept wurde mit den Standortgemeinden Mels, Sargans und Fläsch den angrenzenden Gemeinden Wartau und Vilters-Wangs sowie den zuständigen kantonalen Stellen von Graubünden und St.Gallen sowie dem Amt für Bevölkerungsschutz des Fürstentums Liechtenstein besprochen und optimiert. Ebenfalls wurde das Projekt den Naturschutzorganisationen Pro Natura und WWF vorgestellt, die dem Projekt zustimmen.
 

Die Ellhornschwelle verfestigt die Flusssohle

Zwischen 1950 und 1972 senkte sich wegen des Kiesabbaus aus dem Alpenrhein die Sohle des Flusses um mehrere Meter ab. Kies wurde entnommen, weil damit die unerwünschte Ablagerung von Gestein auf der Flusssohle verhindert werden konnte. Durch den Bau von Kraftwerken und der Verbauung von Wildbächen wurde der Eintrag an Kies und Sand in den Alpenrhein zusätzlich vermindert und weniger Geschiebe transportiert. In den folgenden Jahren vertiefte sich die Sohle auf gewissen Flussabschnitten bis zu fünf Meter ab. Das Grundwasser senkte sich ebenfalls um mehrere Meter ab, was zum Austrocknen der Giessen in der Vilterser-, der Wangser-, Melser und Sarganserau führte. In Giessen oder als Quellen tritt Grundwasser an die Oberfläche. Mit dem Einbau der Schwelle in Buchs im Jahr 1971 und beim Ellhorn in Sargans im Jahr 1972 konnte verhindert werden, dass sich die Flusssohle weiter in den Boden gräbt. (Sk./jw)

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