"Ernüchtert und enttäuscht": Vermittlung im Bergbahn-Streit gescheitert

TOGGENBURG ⋅ Der Streit zwischen der Bergbahnen Wildhaus AG und der Toggenburg Bergbahnen AG geht weiter. Die Gespräche zwischen ihnen, der St.Galler Regierung, Toggenburg Tourismus und der Gemeinde Wildhaus Alt St.Johann haben nichts gebracht.
20. November 2017, 18:36
Christoph Zweili
Max Nadig, Präsident von Toggenburg Tourismus, und der Gemeindepräsident von Wildhaus-Alt St.Johann, Rolf Züllig, sind "ernüchtert und enttäuscht". Es sei nach vertraulichen Gesprächen nicht gelungen, "einen partnerschaftlichen Fusionsprozess zwischen den beiden Bergbahnen anzustossen", heisst es in einer Mitteilung. Die Toggenburg Bergbahnen wollen an ihrem eingeschlagenen Weg mit der Übernahme von mindestens 51 Prozent der im Publikum gestreuten Aktien der Bergbahnen Wildhaus festhalten. Sie beurteilen den Weg eines "üblichen Fusionsprozesses" als komplizierend "und im Endeffekt unnötig".


Tarifstreit kaum einvernehmlich zu lösen

Die Wildhauser Bergbahnen stimmen dem vorgeschlagenen Prozess zu und halten gleichzeitig an der Gewährung des Darlehens des Kantons aus Mitteln der Neuen Regionalpolitik für ihr Projekt Wildhaus 2.0 fest. Die Gespräche hätten gezeigt, dass der Tarifstreit für ein gemeinsames Winterticket kaum einvernehmlich zu lösen sei "und nur der Weg einer partnerschaftlichen Fusion zielführend sein kann", schreiben Nadig und Züllig. Der Entscheid der Toggenburg Bergbahnen sei deshalb für die Gemeinde Wildhaus-Alt St.Johann und Toggenburg Tourismus nicht nachvollziehbar.
 

Erstaunen über Flyer-Aktion

Weit mehr als die Verteilung der Pooleinnahmen interessiert laut Communiqué die künftige Entwicklung zu Gunsten des Wirtschaftsraums Toggenburg. Dazu habe es im Rahmen der Gespräche keine präzisierende Aussage gegeben, ausser Wildhaus 2.0 sei eine Fehlinvestition. Erstaunen habe auch die Verteilung eines Flyers der Toggenburg Bergbahnen im Zusammenhang mit der Verlängerung des Aktienübernahmeangebots bis September 2018 ausgelöst. In diesem Flyer werden die Gemeinde Wildhaus-Alt St.Johann und Toggenburg Tourismus instrumentalisiert. Dies, weil suggeriert worden sei, dass beide Institutionen hinter dem Vorgehen der Toggenburg Bergbahnen stünden.

Weder sei diese Aussage abgesprochen worden, noch seien Gemeinde und Toggenburg Tourismus über die Flyer-Verteilung oder die Verlängerung des Kauf- oder Tauschangebots informiert worden – und das "obwohl der vertrauliche Prozess der Fusionsanfrage zu dieser Zeit noch Bestand hatte". Die Gemeinde Wildhaus-Alt St.Johann und Toggenburg Tourismus bitten den Regierungsrat dringlich, "den negativen Entscheid zum Darlehen für die Bergbahnen Wildhaus zu überdenken und die Mittel zu sprechen".

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