"Affront": Scharfe Kritik der St.Galler Parteien an Eisenbahn-Plänen des Bundes

FERNVERKEHRS-AUSBAU ⋅ In einer gemeinsamen Erklärung wehren sich die vier Fraktionen des St.Galler Kantonsrats dagegen, dass beim geplanten Bahnausbau der Fernverkehrskorridor zwischen Winterthur, St.Gallen und dem Rheintal fast vollständig fehle. Dies sei "ein Affront".
02. Oktober 2017, 11:16
Das Bundesamt für Verkehr habe bekannt gegeben, dass es bereits gesprochene Infrastrukturmassnahmen vor allem für die Strecke zwischen Wil und St.Gallen in der Höhe von 75 Mio. Franken streichen wolle, kritisierten die vier Fraktion des St.Galler Kantonsrats in einer am Montag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung.

Damit fielen Massnahmen ersatzlos weg, die zwingend für mehr Kapazität und Geschwindigkeit im Fernverkehr benötigt würden.
 

Anbindung an den Fernverkehr

Mit der am letzten Freitag vom Bundesrat präsentierten Vernehmlassungsvorlage für die Ausbauschritte der Bahn bis 2035 folge nun "der nächste Hammer", heisst es weiter. Die Vorlage enthalte keine Leistungssteigerungen zwischen Winterthur, Wil, St.Gallen und dem Rheintal. Dies sei wegen der hohen Passagierzahlen und des grossen Einzugsgebiets "ein Affront". Als einziges Projekt in der Ostschweiz werde ein Kapazitätsausbau der Frauenfeld-Wil-Bahn vorgeschlagen.
Die Fraktionen von CVP-GLP, FDP, SP-Grüne und SVP fordern Ausbauschritte, "die alle Regionen in guter Qualität in das schweizerische Fernverkehrsnetz einbinden". Man werde alles daran setzen, dass die St.Galler Interessen berücksichtigt werden. (sda)

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