Steinachtobel eignet sich nicht als Deponiestandort

KANTON ST.GALLEN ⋅ Das Amt für Umwelt und Energie hat in Zusammenarbeit mit den kantonalen Fachstellen die Einrichtung einer Grossdeponie im Steinachtobel umfassend geprüft. Es zeigte sich deutlich, dass das Projekt eine Vielzahl bundesrechtlich geschützter Tier- und Pflanzenarten im Steinachtobel massiv beeinträchtigen würde.
26. April 2017, 08:27
Wie die St.Galler Staatskanzlei mitteilt, erscheint der bestehenden eidgenössischen Natur- und Heimatschutzgesetzgebung das Projekt als nicht bewilligungsfähig. Die laufenden Planungsarbeiten werden eingestellt und die knappen Planungsressourcen auf erfolgversprechendere Projekte ausgerichtet.
 
Die uneingeschränkte Entsorgung des unverschmutzten Aushubs auf nahe gelegene Deponien sei für die Bauwirtschaft von grösster Bedeutung. Es gelte deshalb zum einen, die bestehenden Deponien möglichst optimal zu nutzen. Zum anderen müssen die Planungen der im kantonalen Richtplan festgesetzten Deponiestandorte rasch vorangetrieben und geeignete neue Standorte evaluiert werden. Vor diesem Hintergrund habe der Kanton 2015 die Untersuchungen für den Bau einer Grossdeponie im Steinachtobel gestartet.
 

Eignung umfassend geprüft

"Die umfangreichen Erhebungen zum aktuellen Zustand von Flora und Fauna bescheinigen dem Steinachtobel eine Vielzahl an Tierarten und besonderen Lebensräumen", heisst es in der Medienmitteilung. Zahlreiche dieser vorgefundenen Tier- und Pflanzenarten gelten als gefährdet und sind dementsprechend geschützt. Darüber hinaus werden vor allem die seltenen Schluchtenwälder als überaus schützenswert eingestuft. "Im Gegensatz dazu erwies sich die Grossdeponie Steinachtobel aus bautechnischer und wirtschaftlicher Sicht als realisierbar."
 

Planungsressourcen fokussieren

Wie es weiter heisst, erschient das Projekt Grossdeponie Steinachtobel aufgrund der bestehenden Natur- und Heimatschutzgesetzgebung als nicht bewilligungsfähig. "Die laufenden Planungsarbeiten werden vor diesem Hintergrund eingestellt." Die knappen Planungsressourcen sollen zum einen auf erfolgversprechendere kleinere Deponieprojekte im Grossraum St.Gallen ausgerichtet werden. Die bereits im Richtplan festgesetzten Deponiestandorte Rütiholz (Häggenschwil) sowie Aachen und Riederen (Mörschwil) sseien zur Projektreife voranzutreiben.

Mit der nächsten Anpassung des kantonalen Richtplans würden weitere Standorte zur Festsetzung vorgeschlagen. Zum anderen gelte es, die bestehenden Deponiestandorte möglichst optimal weiter zu nutzen. Im Vordergrund stehe dabei die Möglichkeit, das Volumen der bestehenden Deponie Tüfentobel erheblich zu erweitern. "Ziel dieser Projektplanungen ist es, die Entsorgungssituation für unverschmutztes Aushubmaterial in der Region St.Gallen zumindest für die kommenden 15 Jahre abzusichern." Nicht zuletzt dank der Inbetriebnahme der Deponie Underbüel in Mörschwil bestehe in den kommenden Jahren in der Region St.Gallen kein akuter Deponiemangel. (pd/red.)

Leserkommentare

Anzeige: