In den Neckertaler Wipfeln

Die Region St. Gallen-Appenzell Ausserrhoden bekommt im nächsten Jahr einen Baumwipfelpfad, eine Wander-App, thematische Spielplätze und einen Kulturcontainer.
18. August 2016, 02:40
NINA RUDNICKI

ST. GALLEN. Als hochgradig spektakulär bezeichnet Roland Ledergerber, CEO der St. Galler Kantonalbank, den geplanten Baumwipfelpfad im Steinwäldli oberhalb von Mogelsberg. «Ich habe so etwas schon einmal während meiner Ferien in Südafrika an der Garden Route erlebt.» Seine ganze Familie sei begeistert gewesen. Dass es nun auch in der Ostschweiz ab dem kommenden Jahr einen solchen Weg geben wird, sei phantastisch.

Bis über die Baumspitzen

Der Baumwipfelpfad ist eines von vier «Leuchtturm-Projekten». Es handelt sich dabei um verschiedene Vorhaben, welche die Lebensqualität in der Region steigern sollen. Diese unterstützt die St. Galler Kantonalbank anlässlich ihres 150-Jahr-Jubiläums mit insgesamt vier Millionen Franken. Dies zusätzlich zu den 36 kleineren Gewinnerprojekten des Wettbewerbs vom Frühjahr, die jeweils einen Beitrag von maximal 100 000 Franken bekommen. Der Baumwipfelpfad bei Mogelsberg wird 500 Meter lang sein und bis über die Baumspitzen hinausführen. Er soll als Rundlauf angelegt werden, auf Bodenhöhe beginnen und dann langsam zu den Baumkronen hinaufsteigen. Von dort aus werden die Besucher ins Neckertal, das Appenzellerland und das Fürstenland Richtung Wil blicken.

«Thematisch könnte der Rundweg als Waldlehr- und Tierlehrpfad angelegt werden», sagt Ledergerber. «Und wenn man auf dem Areal Grill- und Spielplätze baut, dann wird das ein perfekter Ausflugsort für Familien und Schulklassen.» In der Schweiz wäre es der erste Pfad dieser Art.

Der Walensee als Spielplatz

Familien und Schulklassen soll es künftig auch häufiger an den Walensee ziehen. Im Rahmen des zweiten Leuchtturm-Projekts werden rund um den Walensee auf Initiative von Walensee Tourismus thematische Spielplätze gebaut. Diese sind per Schiffsroute miteinander verbunden. In Murg wird der Spielplatz die Textilindustrie und die Spinnerei thematisieren. In Weesen erfahren die Kinder und Jugendlichen alles rund ums Fischen, in Quinten wird eine Paradiesmeile gebaut und in Mols, Unterterzen sowie Walenstadt wird es jeweils Wasser-, Wind- und Anlegespiele geben.

Ein reisendes Dorf

Zudem arbeitet die St. Galler Kantonalbank an einer Wander-App, dem dritten Leuchtturm-Projekt. In neun Ostschweizer Regionen werden Wanderwege ausgebaut und mit Holzunterständen, Grillstellen und Liegeinstallationen ergänzt. «Die Wandernden können dort eine Pause machen und sich verpflegen. Bei schlechtem Wetter finden sie Schutz vor Regen und an heissen Tagen einen schattigen Platz», sagt Ledergerber. Zudem sollen in der App das gesamte Wandernetz der Region sowie Tourenvorschläge aufgeführt sein. Auch vom vierten Leuchtturm-Projekt soll die ganze Region profitieren. Von Mai bis Oktober 2018 wird ein kleines Container-Dorf, das Culture Village, durch zwölf Orte reisen. Das mobile Dorf wird unter anderem aus einem Handwerkscontainer, einem Container für die Verpflegung sowie einem Kulturcontainer bestehen.

Laut Ledergerber soll so etwas Spezielles und Aussergewöhnliches in die verschiedenen Gemeinden gebracht werden. «Wir wollen dadurch zudem die lokale und regionale Kultur fördern. Jeder Kunstschaffende kann sich bei uns bewerben», sagt er. Das Programm könne sich beispielsweise aus Konzerten, Lesungen, Akrobatik, Poetry Slam und Theateraufführungen zusammensetzen.

«Wir sind also darauf angewiesen, dass die Besucher mitmachen und eigene Ideen liefern», sagt er. «Aber nachdem bereits bei unserem Projektwettbewerb im Frühling fast 350 frische und mutige Vorschläge eingegangen sind, mache ich mir da keine Sorgen.»


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