Bombenleger von Altstätten wird verwahrt

Der 37-Jährige bleibt lebenslang hinter Gittern. (Keystone)
Ein 37-jähriger Schweizer, der vor 15 Jahren in Altstätten an einem Bombenanschlag beteiligt gewesen ist, wird verwahrt. Das Kreisgericht Rorschach folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft, für die eine Entlassung des Mannes wegen der Rückfallgefahr nicht in Frage kommt.
19. April 2016, 10:23
Der Mann hatte im September 2000 als Racheakt für die Ausweisung aus seiner Wohnung einen Bombenanschlag auf den Präsidenten des Kreisgerichts Oberrheintal geplant. Die Bombe baute er zusammen mit einem Kollegen. Dieser legte sie fälschlicherweise bei einem Namensvetter des Gerichtspräsidenten. Die Bombe war so schlecht gebaut, dass sie nicht explodierte.


Das Kreisgericht Rorschach verurteilte den damals 22-Jährigen im Jahr 2004 zu einer Zuchthausstrafe von sechseinhalb Jahren. Die Strafe wurde zugunsten einer stationären therapeutischen Massnahme aufgeschoben und mehrmals verlängert, zuletzt bis im November 2015.

In Sicherheitshaft
Im September 2014 floh der Beschuldigte aus einem Wohn− und Arbeitsexternat, wo die Massnahme vollzogen wurde. Zwei Monate später wurde er festgenommen. Er sitzt in Sicherheitshaft. Der Schweizer hatte sich bis vor Bundesgericht dagegen gewehrt. Dieses trat jedoch nicht auf die Beschwerde ein. Bis zum Antritt der Verwahrung bleibe der Mann in Sicherheitshaft, teilte das Kreisgericht Rorschach am Dienstag mit. Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig.

Weil die Massnahme nach 15 Jahren keine Verbesserungen mehr bringe, hatte das St.Galler Amt für Justizvollzug die Verwahrung beantragt. Diese muss nach zwei Jahren jährlich überprüft werden.

Möbel bereits gekauft
Am letzten Freitag bei der Befragung vor Kreisgericht Rorschach sagte der heute 37-Jährige, er habe sein Leben in Freiheit detailliert geplant. Er habe in den vergangenen Jahren Möbel gekauft, mit denen er seine Wohnung einrichten werde. Geldprobleme gebe es vorerst nicht, da er während seiner Wiedereingliederung von der IV unterstützt werde.

Er werde sich regelmässig bei seinem Bewährungshelfer melden und würde auch einen Beistand der KESB akzeptieren. Eine Unterbringung in einer therapeutischen Wohngemeinschaft lehnt er ab.

Keine Alternative
Die Staatsanwältin beantragte dem Gericht die Verwahrung. Es gebe keine Alternative. Nach 15 Jahren mit vergeblichen Massnahmen könne man den Mann nicht weiter behandeln. Eine Entlassung in die Freiheit wäre wegen der Rückfallgefahr aber nicht zu verantworten.

Laut dem psychiatrischen Gutachten leidet der Mann unter einer mittelschweren Persönlichkeitsstörung mit dissozialen Zügen. Er habe keinerlei Einsicht in seine Krankheit und sehe die Fehler nur bei den andern. Das Rückfallrisiko für Drogenkonsum oder Verkehrsdelikte sei hoch. Ob auch eine Gefahr für schwere Delikte bestehe, sei schwierig zu beurteilen, schrieb der Forensiker.

Der Verteidiger des 37-Jährigen kritisierte das Gutachten und sagte, eine Verwahrung wäre unverhältnismässig. Der Mann würde für Jahre, wenn nicht für immer weggesperrt. Eine Entlassung aus der Verwahrung sei in der Schweiz äusserst selten. (sda)

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