"Wir hatten noch nie so viele Anmeldungen"

GOSSAUER WEIHNACHTSLAUF ⋅ Für den Präsidenten des Organisationskomitees war der 30. Weihnachtslauf ein Erfolg. Im Interview erzählt er, was der Lauf der Stadt bringt - und wieso Hobby-Läufer in Gossau besonders erfolgreich sind.
04. Dezember 2017, 17:33
Adrian Lemmenmeier
Am Wochenende fand der Gossauer Weihnachtslauf zum 30. Mal statt. Pitsch Bernhardsgrütter, Präsident des Organisationskomitees, zieht eine positive Bilanz - trotz der tiefen Temperaturen.

Der 30. Weihnachtslauf ist bei eisiger Kälte über die Bühne gegangen. Sind Sie dennoch zufrieden mit der Veranstaltung?
Pitsch Bernhardsgrütter: Durchaus. Zwar war es am Wochenende sehr kalt, wir hatten aber trockene Wetterverhältnisse. Das war besonders wichtig für die Sicherheit der Läuferinnen und
Pitsch Bernhardsgrütter, OK-Präsident des Gossauer 
Weihnachtslaufs. Zoom

Pitsch Bernhardsgrütter, OK-Präsident des Gossauer Weihnachtslaufs.

Läufer. So gab es, abgesehen von ein paar kleinen Stürzen, keine  Unfälle und somit keine Verletzten. Das ist für uns die Hauptsache. Wir haben auch sehr viele positive Rückmeldungen erhalten. 

Zum Beispiel? 
Viele Leute sagten mir, es sei immer wieder wunderbar, bei der Gossauer Weihnachtsbeleuchtung zu laufen. Auch die Gewinnerin Selina Büchel hat sich nicht nur über ihren Sieg gefreut, sondern auch über die besondere Stimmung.

Hätten Sie den Lauf abgesagt, wenn es noch kälter gewesen wäre?
Nein, dazu hätte das Thermometer schon unter minus 30 Grad fallen müssen. Die Kälte ist nicht das Problem, solange man sich richtig aufwärmt. Wir hätten den Lauf nur absagen müssen, wenn sehr viel Schnee gefallen wäre. 

Am 30. Gossauer Weihnachtslauf trotzten die Läuferinnen und Läufer tapfer der Kälte. (Bilder: Urs Bucher)


Sind wegen der Kälte weniger Zuschauer gekommen, als Sie erwartet haben?
Nein. Wir sind davon ausgegangen, dass 10'000 bis 15'000 Leute den Läufern zuschauen. Etwa so viele sind denn auch gekommen. Dank der vielen kleinen Zelte vor den Geschäften an der Rennstrecke gab es für sie genügend Möglichkeiten, um sich aufzuwärmen. 

Der Weihnachtslauf fand das 30. Mal statt. Was war dieses Mal speziell?
So einiges. Zum einen hatten wir dieses Jahr so viele Anmeldungen wie noch nie: 4202 Leute haben sich eingeschrieben, 3808 gingen über die Ziellinie. Zum anderen hat Selina Büchel bei den Damen einen neuen Streckenrekord aufgestellt. Schliesslich konnten wir auch dieses Jahr auf die Unterstützung von gut 300 Helferinnen und Helfern zählen. Das ist zwar nichts neues, muss aber gesagt sein: Unsere Helfer haben einen Super-Job gemacht. 

Was bedeutet der Weihnachtslauf für Gossau?
Der Weihnachtslauf ist die grösste Sportveranstaltung in Gossau, die jedes Jahr durchgeführt wird. Und das seit 30 Jahren. Es ist ein schöner Anlass, der weit über die Region hinaus einen guten Ruf geniesst. So gesehen ist der Weihnachtslauf auch gut für das Standort-Marketing der Stadt Gossau.

Grossveranstaltungen und Terrorangst werden immer öfter in einem Atemzug genannt. Gab es für den Weihnachtslauf ein spezielles Sicherheitskonzept?
Ja, wir haben uns dazu im Vorfeld ernsthafte Gedanken gemacht und einen Notfallplan ausgearbeitet. So hätten wir schnell reagiert, wenn zum Beispiel ein Lieferwagen an einer verdächtigen Stelle gestanden wäre. Nun sind wir natürlich froh, dass wir dieses Notfallkonzept nicht haben anwenden müssen. 

Sie selbst sind schon den Berliner und den Wiener Marathon gelaufen. Gibt es etwas, dass Sie am Gossauer Lauf als Sportler besonders schätzen?
Für mich ist natürlich die Atmosphäre speziell. Gossau ist zwar eine Stadt, hat aber dennoch Dorfcharakter; hier kennt man einander. Für die Läuferinnen und Läufer ist es besonders motivierend, wenn sie persönlich angefeuert werden. Weil man am Weihnachtslauf Runden läuft, kommt man vier Mal an den Zuschauern vorbei, die einen jedes Mal anfeuern. Da fliegt man fast ins Ziel. Viele Hobby-Läufer lassen sich ausserdem von den Profis motivieren. Weil jene ein hohes Tempo vorgeben, ist es für die Amateurläufer leichter, eine gute Leistung abzurufen. 

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