«Wir wollen nicht, dass die Jungen Alkohol bunkern»

GOSSAU ⋅ Das BBC Open verschärft bei der diesjährigen Austragung die Eintrittsregeln für unter 18-Jährige. Bislang tut es den Ticketverkäufen keinen Abbruch.
30. August 2017, 07:19
Angelina Donati

Angelina Donati

angelina.donati

@tagblatt.ch

 

Zum 14. Mal findet diesen Freitag und Samstag das BBC Open statt. Auf was dürfen sich die Besucher freuen?

Wiederum auf gute Musik. Stolz sind wir auf die Auftritte von Wincent Weiss und Glasperlenspiel. Beide sind derzeit nicht an Schweizer Open-Airs zu hören und somit bieten wir den Besuchern etwas Besonders. Glasperlenspiel wollten wir schon für das vergangene Jahr buchen, damals klappte es aber nicht.

Erneut besteht das Programm praktisch nur aus männlichen Künstlern. Weshalb?

Das war auch schon Thema bei uns. Weibliche Musiker gibt es ge­ne­rell weniger. Kommt hinzu, dass diejenigen, die wir gerne buchen möchten, eine zu hohe Gage verlangen. Die Band Silbermond etwa hätten wir noch so gerne, können sie uns aber nicht leisten.

Dieses Mal wird unter ­18-jährigen Besuchern nur noch Eintritt mit einem Elternteil gewährt. Zuvor reichte eine erwachsene Begleitung. Wie kommt es zu dieser Änderung?

Zu dieser Verschärfung haben wir uns entschieden, weil der Alkoholkonsum der unter 18-Jährigen ausserhalb des Festgeländes in den vergangenen zwei, drei Jahren erheblich zugenommen hat. Um an Alkohol zu kommen, haben sie Flaschen in Büschen beim Bahnhof gebunkert. Immer wieder war zu beobachten, wie sie daraufhin das Festivalgelände verliessen, dort ein paar Schlucke zu sich nahmen, und danach wieder zurückkehrten. Das Ergebnis ­waren betrunkene Gäste und Erbrochenes auf dem Bahnhofplatz und vor dem Eingang des Festgeländes.

Wieso muss denn die Be­gleitung zwingend die Mutter oder der Vater sein?

Damit erhöhen wir indirekt auch das Eintrittsalter. Wer möchte schon mit seinen Eltern Party machen? Es ist nicht so, dass wir die Jungen nicht wollen. Aber wir wollen das Bunkern von Alkohol reduzieren. Mit einem Elternteil als Begleitung erhoffen wir uns eine Verbesserung der Situation.

Dann werden also die Eingangskontrollen verschärft?

Ja. Minderjährige Besucher und ihr Elternteil müssen denselben Familiennamen haben. Mittlerweile haben wir schon zahlreiche Anfragen von Müttern und Vätern erhalten, die sich erkundigten, wie wir es handhaben, wenn die Kinder beispielsweise nach einer Scheidung nicht mehr denselben Nachnamen wie sie tragen. In solchen Fällen muss die Geburtsurkunde mitgebracht werden.

Wäre es nicht einfacher, das Eintrittsalter gleich auf 18 Jahre zu erhöhen?

Zuerst wollen wir sehen, wie sich diese Verschärfung auswirkt. Sollte es nicht wie gewünscht funktionieren, werden wir nochmals über die Bücher gehen und das Eintrittsalter neu diskutieren.

Wie steht es aktuell um den Ticketvorverkauf?

Wir sind guten Mutes, dass bald beide Abende ausverkauft sind. Bislang sind mehr Tickets für den Freitag weg – genau umgekehrt als in anderen Jahren. Bestimmt hat das mit Wincent Weiss zu tun, hat er doch eine grosse Fan­gemeinde. Wir rechnen damit, dass die Abendkasse noch für beide Tage offen sein wird.

Gibt es die Möglichkeit, die Künstler hinter der Bühne persönlich zu treffen?

Unser Hauptsponsor, die Raiff­eisenbank Gossau-Niederwil, lädt einen Gast zum «Meet & Greet» mit Wincent Weiss ein. Dazu führte die Bank einen Wettbewerb durch. Aber auch andere Gäste können ihren Idolen nahe kommen: Einige von ihnen geben nach ihrem Auftritt neben der Bühne Autogramme.

Überdachtes Festgelände

BBC Open, diesen Freitag, ab 17.30 Uhr, und Samstag, ab 17 Uhr. Tickets: Ticketcorner oder an der Abendkasse. www.bbcgossau.ch

 


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