Walter-Zoo: Karin Federer - von der Softice-Serviererin zur Zoodirektorin

STABSÜBERGABE IN GOSSAU ⋅ Sie wusste schon als Kind, dass sie Tierärztin werden will. Jetzt übernimmt Karin Federer die Zoodirektion von ihrem Vater Ernst. Auch in dritter Generation bleibt der Zoo dem Motto "Von der Familie für Familien" treu.
Aktualisiert: 
28.12.2017, 14:00
28. Dezember 2017, 08:00
Corinne Allenspach
Karin Federer ist 31, und genau so lange ist der Walter-Zoo ihr Zuhause. In viele Aufgaben sei sie "einfach so reingewachsen". "Angefangen habe ich als Knirps mit dem Rauslassen von Softice", sagt die Gossauerin und lacht. Später half sie beim Ausmisten der Huftiere, spielte im Märchenzelt verschiedene Rollen und züchtete Kaninchen. Schon als Kind habe sie immer am meisten Freude gehabt, wenn sie für die Tiere etwas habe verbessern können. Zudem wusste sie bereits damals: "Ich will Tierärztin werden."

Ihre tiermedizinische Arbeit wird künftig allerdings etwas in den Hintergrund treten, wenn Karin Federer ab 1. Januar Direktorin des Walter-Zoos wird. In ihrer neuen Aufgabe wird sie schwerpunktmässig mit der Entwicklung des Zoos beschäftigt sein. Eine Aufgabe, in die sie zusammen mit ihrem Vater Ernst Federer, ihrer Mutter Gabi und Schwester Jeannine bereits seit ein paar Jahren involviert ist. Und eine Aufgabe, auf die sich Karin Federer auch besonders freut: "Etwas entwickeln und gestalten zu können, das macht einen guten Zoodirektor aus", sagt sie.


Ernst Federer hat Zoo 32 Jahre lang geprägt

Die Übergabe der Zoodirektion kommt nicht nur für sie, sondern auch für ihren Vater Ernst Federer zur richtigen Zeit. Der 61-Jährige bleibt weiterhin CEO und Mitglied im Verwaltungsrat. Damit behält er die Gesamtleitung der Walter-Zoo AG, die neben dem Zoobetrieb auch die Bereiche Gastronomie/Künstlerisches und Verwaltung umfasst. "Das heisst, ich werde nicht weg sein, sondern trete einfach ins zweite Glied zurück", sagt Ernst Federer. "Das wollte ich schon länger." Besonders leicht fällt es ihm, die Direktion zu übergeben, weil er weiss, dass der Familienbetrieb weiter bestehen wird. Zu sehen, dass seine Töchter Karin und Jeannine "voll eingestiegen sind in den Zoobetrieb, macht mich stolz". Vor allem auch deshalb, weil die beiden nicht nur mit der nötigen Freude ans Werk gehen, sondern auch mit den entsprechenden Fähigkeiten, wie er betont.
Der 61-jährige Ernst Federer bleibt CEO.

Der 61-jährige Ernst Federer bleibt CEO.

Ernst Federer hat die Zoodirektion 1985 von Schwiegervater Walter Pischl übernommen. In den 32 Jahren unter Federers Führung hat sich der Walter-Zoo stark verändert. Aus dem Kleinzoo Tierli Walter ist der grösste Zoo der Ostschweiz entstanden mit rund 60 Mitarbeitenden und 120 Tierarten. Der Zoobetrieb ist nach wie vor von der Gründerfamilie geprägt. Das soll auch so bleiben, oder wie es Ernst Federer formuliert: "Wir sind ein Zoo von der Familie für Familien." Als Höhepunkte in seiner Zeit als Zoodirektor nennt Federer die Eröffnung des Schimpansenhauses 1993. Einer Anlage, die dem Zoo Vorteile, aber auch Nachteile bescherte. Vor allem finanziell war es ein grosser, fast zu grosser Lupf.  Als den Erfolg überhaupt bezeichnet Federer den Liegenschaftskauf, der Anfang 2017 realisiert werden konnte. Damit steht der künftigen Vergrösserung des Zoos nichts mehr im Weg.
 

Vermehrt Schulen ansprechen

Grösser werden soll bis 2040 einiges, wie Karin Federer sagt. Flächenmässig, mit neuen  Tierarten, verbesserten Anlagen für einzelne Tiere und ausgebauter Infrastruktur für die Gäste. Zudem wolle man vor allem auch im Bereich Bildung noch besser werden. Ein Ziel sei es, die Schulen noch mehr anzusprechen. Dazu werden beispielsweise in der Löwenanlage, die voraussichtlich im Herbst 2018 eröffnet wird, auch Schulzimmer integriert.

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