Von Schnee bis Bruthitze

BILANZ ⋅ Die Freibäder blicken auf eine mittelmässige Saison zurück. 50000 Besucher verzeichnete die Badi Gossau. Der durchschnittliche Badesommer begann indes mit einem Rekord.
14. September 2017, 05:20
Noemi Heule

 

Noemi Heule

noemi.heule

@tagblatt.ch

Mit Sturmböen und Regenschauern hat der Herbst die Badisaison endgültig verabschiedet. Die ­Bilanz der Freibäder ist so, wie das Wetter über weite Strecken des Sommers: durchzogen. Von einem «durchschnittlichen Jahr» spricht Urs Salzmann, Kommunikationsbeauftragter der Stadt Gossau. Will heissen: Rund 50000 Besucher verzeichnete das Drehkreuz am Eingang des Freibads in den vergangenen vier Monaten. Der Badesommer begann mit einem frostigen Tiefpunkt. Bescheidene fünf Besucher läuteten die Saison Anfang Mai ein. Und diese waren hart im Nehmen. Am Tag davor wollte es Frau Holle nämlich nochmals wissen und bettete das Freibad ein letztes Mal unter eine weisse Decke. Den Weg zum Bassin mussten sich die ersten Gäste durch den Schnee bahnen. Eine der ersten Amtshandlungen von Bademeister Daniel Seitz war es denn auch, einen Weg von den Garderoben zum Beckenrand zu pfaden. Doch die Wetterkapriolen von Ende April waren schnell vergessen, als zwei Wochen ­später der Sommer doch noch einheizte.

Juni heitert Schlussbilanz auf

Der Frühsommer schlug sich denn auch positiv auf die Bilanz des Freibads nieder. Allem voran der Juni. Er war in diesem Jahr der Spitzenmonat schlechthin: Über 2200 Personen tummelten sich an einem einzigen Sonntag Mitte Juni auf der Badiwiese. Die frühen Sommertage wirkten sich auch auf die Zahl der Abonnements aus. «Je früher die Hitze einsetzt, desto mehr Abos werden gelöst», sagt Salzmann. Und auch das Vorjahr wirke sich auf die Abozahlen aus. Ein schöner Sommer beschert der Badi auch im Folgejahr mehr Dauergäste.

Mit 50000 Besuchern liegt die diesjährige Saison, die das gesamte Wetterspektrum abdeckte, mit jener des Vorjahres ebenauf. Im Zehnjahresvergleich scheren einzig 2014 und 2015 aus: Im Jahr 2014 verzeichnete die Badi ein einmaliges Tief an Besuchern. Im Hitzesommer darauf suchten dagegen fast 70000 Besucher eine Abkühlung im Freibad.

Rote Zahlen sind die Regel

Auf die Unkosten haben diese Zahlen wenig Einfluss. «Bei vielen Gästen müssen wir mehr Personal aufbieten. Entsprechend höher sind die Aufwände», sagt Salzmann. Einen Grossteil der Gäste machen nicht etwa Spontanbesucher aus, sondern Besitzer eines Abos, die keine Mehreinnahmen erzeugen. Ohnehin gelte: «Der Betrieb eines Freibads ist nie kostendeckend.» Dies sei, so Salzmann, eine Illusion. Zwar könne man den Kostendeckungsgrad optimieren. Etwa, indem man Freibad und Hallenbad am gleichen Standort vereine, so wie es der Gossauer Masterplan Sport dereinst vorsieht. «Dann baden die Gäste so oder so, ob draussen oder drinnen», sagt Salzmann. Bis dahin bleibt die Bilanz der Badis eine Rückblende auf das Wetter der vergangenen Monate.

Herbst beendet Saison abrupt

Wittenbach Auch das Freibad Wittenbach zieht eine durchzogene Bilanz der vergangenen Badesaison. «Als das Thermometer im Frühsommer rasant auf sommerliche Temperaturen stieg, kurbelte dies den Verkauf der Abonnements an», sagt Bruno Brovelli, Präsident der Schwimmbadgenossenschaft. Seit den Sommerferien sei aber nicht mehr viel los im Freibad Sonnenrain. Offiziell endet die Saison in Wittenbach erst an diesem Wochenende. Aufgrund der kalten Temperaturen blieben die Tore aber bereits dieser Tage geschlossen. In der kommenden Woche stehen laut Brovelli Aufräumarbeiten an, um das Freibad wintertauglich zu machen. (nh)

 

 

 


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