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Tagblatt Online
16. März 2016, 07:04 Uhr

Über umstrittene Pfähle befinden

Die provisorischen Verkehrsinseln auf der Muoler Bahnhofstrasse erregten 2015 Unmut. Unbekannte montierten die Pfähle gleich mehrmals ab. Zoom

Die provisorischen Verkehrsinseln auf der Muoler Bahnhofstrasse erregten 2015 Unmut. Unbekannte montierten die Pfähle gleich mehrmals ab. (Bild: Archivbild: pd/Gemeinde Muolen)

Zwar waren sie nur provisorisch, die Verkehrsinseln auf der Muoler Bahnhofstrasse. 2015 wurden trotzdem mehrmals die Pfähle abmontiert. Am Montag entscheidet die Bürgerversammlung, ob die Strasse definitiv verengt werden soll.

CORINNE ALLENSPACH

MUOLEN. Wie in Mörschwil, Eggersriet und Berg SG treffen sich kommenden Montag auch die Muoler Bürgerinnen und Bürger zur Bürgerversammlung. Meist- diskutiertes Thema dürfte an diesem Abend im Adlersaal der Kredit für die Sanierung der Bahnhofstrasse sein, namentlich die beantragte Strassenraumgestaltung mit Verengungen. Denn die entsprechenden Verkehrsinseln erregten, obwohl nur provisorisch, 2015 einigen Unmut in der Bevölkerung. Zudem stahlen Unbekannte die Pfähle in den Inseln, so dass der Gemeinderat gar Anzeige bei der Polizei erstatten musste.

Fast nur negative Reaktionen

Den Ausschlag gaben besorgte Eltern. Sie sprachen Gemeindepräsident Bernhard Keller in der Vergangenheit verschiedentlich darauf an, auf der Bahnhofstrasse werde zu schnell gefahren. «Darauf mussten wir reagieren, nicht, dass es nachher heisst, wir hätten es gewusst und nichts getan», sagte Keller bereits vor einem Jahr im Tagblatt.

Da 2014 an der Bahnhofstrasse alle Werkleitungen neu verlegt worden waren, schien dem Gemeinderat der Zeitpunkt ideal, verkehrsberuhigende Massnahmen zu testen, bevor heuer, 2016, der Deckbelag eingebaut werden soll. Doch mit dem Abmontieren der Pfähle und den Reaktionen aus der Bevölkerung hätte Keller nicht gerechnet. «Fast nur negative Reaktionen» habe er bekommen, gestand er an der Bürgerversammlung 2015. Ein Bürger hatte die Pfähle im vollen Adlersaal als «blöd und unsinnig» bezeichnet. Zudem sei es mit Verengungen viel gefährlicher als ohne.

«Super Lösung» für Fussgänger

Dem kann Keller, selber Vater dreier Kleinkinder, nicht zustimmen. Das Provisorium sei wichtig gewesen, um beweisen zu können, welche Wirkung die Verkehrsinseln hätten. Nach wochenlangen Messungen der Kantonspolizei St. Gallen könne man nun sagen: Dank der Verengungen werde in der Tempo-50-Zone weniger schnell gefahren. Konkret um durchschnittlich fünf Stundenkilometer. «Für Fussgänger ist das sicher super», sagt Keller. Andererseits, so räumt er ein, seien die Hindernisse für Velofahrer vermutlich eher ein Nachteil.

Bürger haben die Wahl

An der Bürgerversammlung vom Montag wird der Gemeinderat darum zwei Varianten vorschlagen. «Wir wollen aufzeigen, was möglich ist, entscheiden soll am Schluss der Bürger.» Bei Variante 1 sollen für 11 000 Franken farbige Bänder am Strassenrand aufgemalt werden, um eine optische Verengung zu erreichen und damit die Verkehrsteilnehmer zu langsamerem Fahren zu bewegen. «Für den Gemeinderat ist das die Minimallösung, die wir als sinnvoll erachten», sagt Keller. Denn um wirklich getrennte Fahrbahnen für motorisierten Verkehr sowie Velos und Fussgänger zu schaffen, sei die Bahnhofstrasse zu schmal. Um nichts zu machen aber zu breit. Die zweite Variante ist eben die Strassenraumgestaltung mit Verengungen für 48 000 Franken. Keller ist gespannt auf das Ergebnis am Montag. Reaktionen habe er bisher keine gehabt. Nach jenen vom letzten Jahr ist er aber überzeugt, dass sich die Leute formieren müssen, die damals auf mehr Sicherheit gepocht hatten, damit Antrag 2 eine Chance hat.



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bevau (16. März 2016, 13:22)
Lösung für Velos

Wenn die Verengung als Insel gestaltet wird, die zwar auf der einen Stassenseite ist, aber nicht bis zum Trottoir geht, können Velofahrer zwischen Insel und dem Trottoir passieren. Beispiel Buchs SG, Heldaustrasse. Die Inseln ragen deshalb nicht mehr in die Strasse rein. Dann sind (fast) alle zufrieden.

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stan (15. März 2016, 17:57)
Baue(r)n

Das Problem sind die vielen Bauern mit ihren Traktoren und Anhängern die nun nicht mehr geradeaus fahren können und auch tatsächlich auch einmal bremsen müssen. Ausser denen hat keiner ein Problem mit der Verkehrsberuhigung in Muolen.

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