Direkte Links und Access Keys:

Tagblatt Online, 08. Mai 2012 01:07:00

Planen für eine goldige Zukunft

Zoom

Die weissen Gratisparkplätze sollen den blauen weichen – Parkplatzbewirtschaftung als eine der Massnahmen für das Energie-Goldlabel. (Bild: Benjamin Manser)

GOSSAU. 2013 will die Energiestadt Gossau mit dem europäischen Goldlabel ausgezeichnet werden. Bis dahin gibt es noch einige Massnahmen umzusetzen. Für die Bewohner bedeutet das zum Beispiel, den Bus zu nehmen, statt ins Auto zu steigen.

NINA RUDNICKI

Seit 13 Jahren ist Gossau bereits Energiestadt. Jetzt soll es einen Schritt weiter gehen. «European Energy Award Gold» heissen die Zauberworte. Denn erst einmal mit dem europäische Goldlabel ausgezeichnet, ist Gossau «noch vorbildlicher, noch ökologischer und als Wohnort noch attraktiver». Das zumindest verspricht sich die interdisziplinäre Arbeitsgruppe, bestehend aus Politikern und Vertretern des Hochbau- und Tiefbauamts, der Schule, der Stadtentwicklung und der Stadtwerke. Und zu tun gibt es einiges: 75 Prozent der erforderlichen Massnahmen gilt es bis Ende Jahr umzusetzen. 64 Prozent hat Gossau bis jetzt erreicht.

Ideen gesucht

Die Massnahmenliste ist lang. Punkte wie Entsorgung, Energiemanagement und Mobilität sind darauf aufgeführt. Gerade bei der Mobilität gibt es noch am meisten umzusetzen. «Das ist jenes Thema, das am meisten bewegt und Emotionen schürt», sagt Stadträtin Gaby Krapf, die der Arbeitsgruppe vorsteht. Eine Massnahme ist etwa die Erweiterung der blauen Zone. Anstatt wie bisher gratis und uneingeschränkt auf weissen Feldern zu parkieren, benötigen Dauerparkierer in den Quartieren zukünftig eine Parkkarte. «Und mit einem Ortsbuskonzept liesse sich die Stadt viel dichter erschliessen», sagt Krapf. Massnahmen, die nicht jedem gefallen dürften. Das könne schon sein, sagt Beat Lehmann, Leiter der Stadtwerke. Aber in der heutigen Zeit sei Umdenken gefordert. «Dies muss das übergeordnete Ziel von jedem Einzelnen sein. Zwar nicht erst dann, wenn etwas passiert ist, sondern jetzt», sagt er. Die Um- und Nachwelt werde es danken. «Die Stadt beispielsweise plant eine LED-Beleuchtung im Zentrum», sagt Gaby Krapf. In einem weiteren Schritt wolle man dann zusammen mit den Fachgeschäften die Beleuchtung der Schaufenster analysieren und die Ladenbesitzer beraten, wie man diese möglichst sparsam und effizient umsetzen könne.

Aber nicht nur die Öffentlichkeit, auch jeder einzelne Gossauer soll animiert werden mitzumachen – etwa durch den monatlichen Wettbewerb «Vormacher gesucht». Hier kann sich jeder melden, der eine Idee zum Energiesparen hat. Der Gewinner wird jeweils mit einem 100-Franken-Gutschein belohnt. «Leider haben bis jetzt nicht so viele Gossauer mitgemacht, wie wir gehofft haben», sagt Krapf. «Eigentlich erstaunlich, denn die billigste Energie ist jene, die man gar nicht erst verbraucht. Das müsste jeden interessieren.»

Standards festlegen

Ein weiteres Schlüsselwort auf dem Weg zum europäischen Goldzertifikat ist jenes der «zentralen Beschaffung». Das klinge zwar abstrakt, aber das Prinzip sei einfach, sagt Lehmann und nennt ein paar Beispiele: «So gilt es herauszufinden, welche Putzmittel benötigt werden und für diese dann einheitliche ökologische Standards festzulegen.» Dasselbe gelte für die Papier- oder die Fahrzeugbeschaffung. Zwei Erdgasfahrzeuge für den Serviceeinsatz der Stadtwerke sind laut Lehmann sogar bereits im Beschaffungsplan aufgeführt.

Immer strengere Vorgaben

Zu tun hat die interdisziplinäre Arbeitsgruppe also genug. Auch dann, wenn Gossau das angestrebte Goldlabel im nächsten Jahr tatsächlich verliehen bekommt. «Die Anforderungen werden ständig höher», sagt Lehmann. «Und alle vier Jahre wird überprüft, ob die Stadt diese noch erfüllt.»

Alleine auf sich gestellt ist Gossau dabei nicht. Als Mitglied von «Energiestädte Schweiz» steht der Stadt ein Energieberater zur Seite. Zudem dienen 22 Schweizer Städte, darunter St. Gallen, als Vorbild – sie sind bereits goldzertifiziert. Eine Möglichkeit für Gossau also, hier Tips einzuholen? «Mit St. Gallen zum Beispiel tauschen wir durchaus Erfahrungen aus», sagt Lehmann.




Leser-Kommentare:
keine


Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden.

Kommentar schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!

Um Inhalte kommentieren zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren!

Anzeige:

tagblatt.ch / leserbilder

facebook.com / tagblatt

 ...