Tagblatt Online, 16. März 2009 01:05:04
Happy End auf der Chratzlialp
Am Ende kann Familie Iseli die Alp doch noch übernehmen. (Bild: Bild: Martin Brunner)
Die Theatergruppe «Uu-verchlemmt» aus Bernhardzell feierte ihren zwanzigsten Geburtstag mit dem Stück «Kein Problem für Ludwig». Dem Publikum gefiel's.
martin brunner
bernhardzell. Eine Alp zu bewirtschaften, ist schon für einen Fachmann gar nicht einfach. Doch wie sollen das die Städter schaffen, zudem mit ganz herkömmlichen Mitteln, also ohne Traktor, Melkmaschine und andere motorisierte Hilfsmittel? Genau das war aber die Bedingung für die Familie Iseli im Stück «Kein Problem für Ludwig», damit sie die Chratzlialp erben konnte.
Familie Iseli gab sich alle Mühe und arbeitete bis zum Umfallen. Doch eine Chance hatten sie nicht. So griffen sie zu unerlaubten Mitteln und rüsteten mit Maschinen auf. Das wurde wohl bemerkt. Doch da die Familie freundlich und einsatzbereit war, gab es doch noch ein Happy End. Die heiratswilligste der drei Töchter darf am Ende die Alp übernehmen, weil auch ihr angetrauter Mann das Zeug dazu hatte, den Betrieb zu bewirtschaften.
Vergnüglicher Theaterabend
Den Schauspielerinnen und Schauspielern der Theatergruppe «Uu-verchlemmt», die mit dem Stück ihren zwanzigsten Geburtstag feierte, gelang es, mit ihrer frischen Art einen vergnüglichen Theaterabend zu gestalten. Von Anfang an waren sie in ihrem Element, beherrschten den Witz der Dialoge, lebten in ihren Rollen so richtig auf. Kurz: Sie hatten spürbar Spass am Theaterspiel.
Dies übertrug sich auf das Publikum. Es reagierte auf die Sprüche und frechen Anspielungen, fand Gefallen an der Geschichte und konnte den kurzweiligen Abend in vollen Zügen geniessen. Das Stück dauerte mit seinen vier Akten recht lange. Doch die gelungene Unterhaltung während des ganzen Abends und die Jubiläumsstimmung machten dies wett.
Zufrieden mit Erfolg
Dabei hatte der Schlussspurt vor den Aufführungen schlecht begonnen. «Die Hauptprobe war ein absolutes Desaster», sagte der Präsident Aurelio Zaccari. Davon merkten die Gäste am Premierenabend allerdings nichts mehr. Die Theatergruppe lief zur Hochform auf. So freute sich Aurelio Zaccari, dass die beiden Aufführungen fast ausverkauft waren. «Wir sind sehr zufrieden mit den beiden Abenden», sagte er. «Aufwand und Ertrag stimmen für uns völlig.» Er sei sich bewusst, dass das Stück lang gewesen sei. «Deshalb haben wir uns bemüht, im Umfeld keine Zeit zu verlieren.»
Nicht völlig ausverkauft sei die Freitagsvorstellung gewesen. Sollte dies aber bei einer zukünftigen Theaterproduktion der Fall sein, so mache man sich beim Verein Gedanken über eine dritte zusätzliche Vorstellung. Das Jubiläum abgerundet haben eine eigens für den zwanzigsten Geburtstag produzierte Jubiläumszeitung, eine Ausstellung mit Erinnerungen an die zwanzig Jahre und ein spezieller Schlüsselanhänger, den alle Gäste geschenkt bekamen.
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