Tagblatt Online, 17. Januar 2012 06:24:00
Fischsterben im Hallerbach
Dutzende Fische sind Ende Oktober 2011 im Hallerbach gestorben, vermutlich durch eine Vergiftung.
WALDKIRCH. Die Wasserqualität im Hallerbach wirft Fragen auf. Bereits im Frühling 2011 bemerkte ein Passant weisse Schaumflocken, kürzlich entdeckte er Dutzende tote Fische. Woran die Fische gestorben sind, ist unklar. Die Polizei ermittelt.
RAFAEL ROHNER
Von weissen Schaumflocken ist derzeit im Hallerbach nichts zu sehen. Ruhig und klar plätschert der bis zu zwei Meter breite Bach von Waldkirch ins Sorntal und später über den Sornbach in die Thur. So sauber war der Hallerbach allerdings nicht immer. Im Frühling 2011 musste ein Anwohner zusehen, wie dicke weisse Schaumflocken auf dem Wasser trieben, stellenweise bis zu 20 Meter lang. Aus Sorge um das Gewässer nahm er beim nächsten Spaziergang eine Kamera mit und dokumentierte fortan die Entwicklung. Je nach Wetter ist auf den Fotografien mal mehr, mal weniger Schaum zu sehen. Untragbar wurde die Situation für den Anwohner Ende Oktober, als er im Bachbett Dutzende tote Fische vorfand. Sofort alarmierte er die Polizei. Diese rückte aus und machte sich vor Ort ein Bild. Ebenfalls untersucht wurde der Vorfall von der Fischereiaufsicht und dem kantonalen Amt für Umwelt und Energie (AFU). Wer für das Fischsterben verantwortlich ist, konnte bisher nicht geklärt werden. Hanspeter Krüsi, Sprecher der Kantonspolizei, bestätigt nur, dass die Ermittlungen am Laufen seien.
«Massives» Fischsterben
Thomas Rüdiger vom Amt für Umwelt und Energie vermutet, dass die Fische an einer Vergiftung starben. Der Vorfall habe ihn «schockiert», sagt er. Das Fischsterben sei «massiv». Vor allem habe es ihn aber auch überrascht. Dies, weil der Kanton den Hallerbach aufgrund der Schaumbildung bereits im Frühling untersucht hatte. Als Ursache für den Schaum sei damals ein technischer Defekt in einem Lebensmittelbetrieb ausgemacht worden. «Der Schaden konnte behoben werden», sagt Rüdiger. Fische seien keine gestorben. Umso überraschter sei er gewesen, als im Spätherbst Dutzende tote Fische auftauchten. Erneut untersuchte das AFU den Bach und entnahm Wasserproben. Die Ergebnisse waren nun aber weniger eindeutig als im Frühling. Bei Vergiftungsfällen in fliessenden Gewässern sei es oft schwierig, mit Proben die Ursache herauszufinden, sagt Rüdiger. Denn das verschmutzte Wasser werde schnell weggespült.
Kanton prüft Untersuchung
Um feststellen zu können, ob der Hallerbach noch immer Verschmutzungen ausgesetzt ist, prüft der Kanton nun die Durchführung eines aufwendigen «Gammariden»-Tests. Dabei werden Bachflohkrebse ausgesetzt und deren Gesundheit laufend untersucht. So könne festgestellt werden, wo und ob der Bach verschmutzt ist. Über mögliche Verursacher des Fischsterbens will Rüdiger nicht spekulieren. Er verweist auf die laufenden Ermittlungen der Polizei.
Einen Verdacht äussert hingegen der Anwohner. Er vermutet den naheliegenden Golfplatz der Migros Ostschweiz als Verursacher. Bei der Migros ist der Vorfall bekannt. Das vom Golfplatz abfliessende Wasser sei in diesem Zusammenhang untersucht worden, sagt Mediensprecherin Silke Seichter. Es sei aber keine Verschmutzung des Abwassers festgestellt worden. Es fänden ohnehin regelmässig Kontrollen statt.
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