Tagblatt Online, 02. Juli 2012 07:13:00
Ein Ort, der Kraft gibt
Das Ehepaar Astrid und Peter Zimmermann in seiner Kräuterecke im Familiengarten Mooswiesen. (Bild: Marion Loher)
GOSSAU. Der Familiengärtnerverein Mooswiesen hat ihn gefunden, den schönsten Garten. Er gehört Astrid und Peter Zimmermann. In ihrer grünen Oase können sie ihre Batterien wieder aufladen.
MARION LOHER
Unglaublich, was in Astrid und Peter Zimmermanns «kleinem Paradies» bei den Familiengärten Mooswiesen alles wächst: Thymian, Salbei und Lavendel; Tomaten, Rucola und Kohlrabi; Zucchetti, Bohnen und Kartoffeln. Und noch vieles mehr. Alles gedeiht prächtig. «Nur die Heidelbeeren wollen heuer nicht so recht», sagt Peter Zimmermann und nimmt ein braun gefärbtes Blatt zwischen die Finger. Da müsse er sich für nächstes Jahr etwas überlegen. Das aber hat noch etwas Zeit. Zunächst einmal wird gefeiert. Denn: Der Familiengärtnerverein hat Astrid und Peter Zimmermanns Garten im Rahmen seiner Tage der offenen Tür vom Wochenende zum schönsten gekürt. Bewertet worden sind die 110 Gärten in der «Mooswiesen» von einer unabhängigen Jury. Dieses Mal von Mitgliedern des Ornithologischen Vereins. Äusserst gepflegt und sauber sei der Sieger-Garten, seine Artenvielfalt gross, heisst es. Das Ehepaar freut sich über die Auszeichnung: «Sie ist eine Wertschätzung unserer Arbeit.»
Garten macht viel Arbeit
Die beiden stecken viel Zeit und Energie in ihre grüne Oase am Rande des Gossauer Industriequartiers. Fast täglich fährt Peter Zimmermann mit dem Velo die zehn Minuten von seinem Daheim zum Schrebergarten. Und das seit über zehn Jahren. «Es gibt immer viel zu tun auf unserer zwei Are grossen Parzelle», erzählt er. Unkraut jäten beispielsweise, die Wege zwischen den Beeten instand halten, die Nistkästen für Wildbienen pflegen oder das Gemüse ernten. Unterstützung bekommen Astrid und Peter Zimmermann von ihren drei erwachsenen Kindern. «Sie helfen uns bei schweren Arbeiten oder wenn Not am Mann ist.» Aber nicht nur: Der bunte Porzellan- und Keramikschmuck, der zwischen Lavendelzweigen und Thymianblättern in die Höhe ragt, stamme von den Kindern. «Sie sind für die kreative Verschönerung unseres Gartens zuständig», sagt Astrid Zimmermann und zeigt sichtlich stolz auf die Kräuterecke, wo viele der kleinen Kunstwerke stehen.
Mehr als ein Garten
Die Zimmermanns verbinden ihr grünes Fleckchen aber nicht nur mit Arbeit. Für sie sei es ein Ort der Erholung, sagt Astrid Zimmermann. «Hier können wir unsere Batterien wieder aufladen.» Und ihr Blick schweift zu ihrem Mann. Die letzten drei Jahre seien für ihn ziemlich schwierig gewesen, erzählt er. «Ich war gesundheitlich angeschlagen. Unser kleines Paradies hat mir in dieser Zeit viel Kraft gegeben.»
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