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Tagblatt Online, 21. Januar 2012 01:04:00

Denkanstösse zur Fusion

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Fusion mit Gossau – ja oder nein? Die Meinungen zur Zukunft der Gemeinde Andwil gehen auseinander. (Bild: Archivbild: Urs Bucher)

ANDWIL. Andwil diskutiert über eine Gemeindefusion mit Gossau. An einer gut besuchten Veranstaltung der CVP-Ortspartei kamen Sonnen- und Schattenseiten solcher Vereinigungen zur Sprache.

ADRIAN VÖGELE

Die Haltung des Gemeinderates ist klar: Andwil soll eigenständig bleiben. Trotzdem gibt die Frage nach einer allfälligen Fusion mit Gossau im Dorf zu reden – und sie ist noch keineswegs entschieden. «Wer das Thema in der Bevölkerung zur Sprache bringt, stösst sowohl auf Begeisterung als auch auf Ablehnung», sagt Marc Schäfer, Präsident der CVP-Ortspartei. Seine persönliche Einschätzung: Das Verhältnis von Gegnern und Befürwortern einer Fusion ist zur Zeit ungefähr fifty-fifty.

Ein guter Zeitpunkt, die Meinungsbildung mit etwas Fachwissen und Erfahrungswerten von ausserhalb zu fördern: Am öffentlichen Informationsanlass der CVP vom vergangenen Donnerstag waren unter anderem eine geglückte und eine gescheiterte Gemeindefusion Thema – jene von Wil und Bronschhofen sowie jene von Goldach und Untereggen.

Räumlich bereits eine Einheit

Die Parallelen zur Situation von Andwil blieben zwar unerwähnt, waren aber offensichtlich: In beiden Fällen ging es – punkto Einwohnerzahl – um die Fusion einer kleinen mit einer grösseren Gemeinde. Die grossen Partner, Goldach und Wil, verfügen beide über tiefere Steuerfüsse als die «Kleinen». «Bronschhofen und Wil waren bereits derart zusammengewachsen, dass eine Fusion logisch erschien», sagte Daniel Meili, Gemeindepräsident von Bronschhofen. Beide Seiten hätten zudem vor grösseren Investitionen gestanden – ebenso wie heute Gossau und Andwil, letzteres etwa im Bereich der Schule. «Mit dem Zusammenschluss Anfang 2013 steigt hüben wie drüben die Attraktivität: Wil profitiert etwa vom Bauland in Bronschhofen, Bronschhofen etwa vom Wiler Steuerfuss», so Meili. Die Entschuldungsbeiträge des Kantons waren für Bronschhofen ein weiterer Fusionsanreiz. Ein Nachteil der Fusion sei der Verlust der Bürgerversammlung, gibt Meili zu: «Dadurch geht Bürgernähe verloren.» Die Bevölkerung zu diesem Schritt zu bewegen, sei nicht einfach gewesen.

Vorsicht bei «Vernunftehen»

Aus Andwiler Sicht besonders interessant: Bronschhofen verfügt über ein relativ neues Gemeindehaus. Es wird nach der Fusion nicht etwa überflüssig, sondern beherbergt eine Abteilung der Stadtverwaltung. Bis auf zwei Angestellte werden alle Mitarbeiter der Gemeinde Bronschhofen weiterbeschäftigt. Auf die Frage, ob die Fusion beim Personal Einsparungen ermögliche, sagte Meili: «Der Aufwand für die Verwaltungen bleibt vorderhand der gleiche. In den meisten Bereichen braucht es eine gewisse Zeit, bis Synergien genutzt werden können.»

Nebst dem Geld, das bei Gemeindefusionen eine Hauptrolle spiele, sei auch der emotionale Aspekt nicht zu unterschätzen, sagte Thomas Würth, Gemeindepräsident von Goldach. «Der kleinere Fusionspartner gibt emotional mehr auf als der grosse.» Würth ist überzeugt: «Den ersten Schritt zu Fusionsverhandlungen muss die kleinere Gemeinde tun.» Als möglichen Grund für das Scheitern «seiner» Fusion nannte er die Tatsache, dass es sich um ein reines Behördenprojekt gehandelt habe, eine Vernunftehe. «Das reicht vielleicht nicht.»





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