Tagblatt Online, 27. Juli 2011 01:04:00
Betagte ins Zentrum rücken
Platz für ein Alterszentrum? Das Hauptspielfeld des FC Gossau ist einer von drei möglichen Standorten für ein neues Pflegeheim. (Bild: Urs Bucher)
Das Altersheim Espel und das Regionale Pflegeheim Gossau genügen laut Stadtrat den zukünftigen Ansprüchen nicht. Er empfiehlt daher die Zusammenlegung beider Heime in einem Neubau. Möglicher Standort dafür sei der Fussballplatz.
GOSSAU. Innerhalb von fünf Jahren soll in Gossau ein neues Pflegeheim mit Alterswohnungen entstehen. Das empfiehlt laut Mitteilung des Stadtrats die von ihm eingesetzte Steuergruppe. Wie es in der Mitteilung weiter heisst, soll möglichst zentrumsnah gebaut werden. Die Steuergruppe hat zwölf mögliche Standorte geprüft und fünf davon genauer «studiert». Schliesslich seien drei weiter abgeklärt worden: das Hauptspielfeld des FC Gossau, ein Teil des Tipper-Tie-Areals und ein Gebiet an der Haldenstrasse in der Nähe des Regionalen Pflegeheims.
«Zentral und gut erschlossen»
Dass der Vorschlag für einen Neubau auf dem Sportplatz Buechenwald sicherlich überrasche, sei er sich bewusst, sagt Stadtrat Paul Egger. Ideale Standorte gäbe es in Gossau aber nicht viele, sagt er. «Wenn man für die nächsten 30 bis 40 Jahre plant, muss es möglich sein, auch diesen Standort in Betracht zu ziehen.» Aus städtebaulicher Sicht mache es wenig Sinn, an einer so zentralen und gut erschlossenen Lage einen Platz zu unterhalten, der nur einmal in der Woche genutzt werde. «Und welches Alterszentrum hat schon ein Schwimmbad und einen Bahnhof direkt vor der Tür?»
Den Entscheid, ob der Sportplatz eine Möglichkeit bleibt, fällt das Parlament voraussichtlich im September. Sollte es dem Kredit für eine Machbarkeitsstudie zur Verlegung der Tribüne und damit des Hauptspielfelds zustimmen, sei es wahrscheinlich, dass dieser Platz einst für andere nachhaltige Nutzungen frei werde.
Keine Entlassungen
An welchem Standort auch immer: Das Altersheim Espel und das Regionale Pflegeheim sollen zusammengelegt werden. Alle Mitarbeitenden der beiden Heime könnten laut Mitteilung des Stadtrats trotz der Zusammenlegung weiter beschäftigt werden. Läuft alles wie geplant, könnten die Heime bereits ab Anfang 2013 eine gemeinsame Leitung haben und noch vor 2020 in einen Neubau umziehen. Dafür müssen aber erst politische Hürden genommen werden. Der Stadtrat will die Themen betriebliche Organisation, Finanzierung und bauliche Entwicklung des Vorhabens bis Ende Jahr dem Parlament vorlegen (siehe Kasten). Der Zeitplan lasse den fünf Gemeinden, die am Pflegeheim-Zweckverband beteiligt seien, ausreichend Zeit, um ihre politischen Entscheide zu fällen, schreibt der Stadtrat weiter. Die betroffenen Gemeinden seien in die Planung involviert gewesen und hätten Interesse signalisiert, sagt Stadtrat Paul Egger. Möglicherweise seien noch Volksentscheide nötig.
Modernes Heim gefragt
Hintergrund des Vorhabens des Gossauer Stadtrats ist ein Entscheid des Stadtparlaments. Im März hat es der Absicht des Stadtrates zugestimmt, das Altersheim Espel und das Regionale Pflegeheim in einer gemeinnützigen Aktiengesellschaft zusammenzuführen. Aufgrund dieses Entscheids habe der Stadtrat nebst organisatorischen Fragen auch die zu erwartenden Bedürfnisse künftiger Seniorinnen und Senioren abgeklärt. Diese Abklärungen hätten gezeigt, dass der Eintritt in ein Alters- und Pflegeheim immer später erfolge. Somit seien fast ausschliesslich Pflegeheime mit zeitgemässer Infrastruktur gefragt. Die beiden heutigen Gossauer Heime aber könnten diesen zu erwartenden Bedürfnisse nicht abdecken. Deshalb empfehle die vom Stadtrat eingesetzte Steuergruppe den Bau eines neuen Pflegeheims an einem zentralen Standort. (pd/roh)
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