Stadt will Familienzentrum

GOSSAU ⋅ Stadträtin Helen Alder Frey will sämtliche Angebote für junge Familien besser koordinieren und miteinander vernetzen. Dafür soll auch ein Familienzentrum entstehen.
24. März 2018, 05:18
Sebastian Schneider

Sebastian Schneider

sebastian.schneider@tagblatt.ch

Spielgruppen, Mukiturnen, Elternbildung, Mütter- und Väterberatung, Tageseltern, Mittagstisch oder der schulpsychiatrische Dienst. Angebote zur Unterstützung junger Familien gibt es in Gossau etliche. Einige Dienste bietet die öffentliche Hand an, andere sind auf ehrenamtliche Helfer angewiesen. Da auch immer wieder neue Angebote entstehen, ist es kaum noch möglich, sich einen Überblick zu verschaffen. Dies will Stadträtin Helen Alder Frey, Departementsvorsteherin für Jugend, Alter und Soziales, ändern. Seit vergangenem Jahr arbeitet sie an einem Projekt, das sämtliche Dienste miteinander vernetzen und koordinieren will. Gestern Nachmittag strebte sie einen nächsten Schritt an. Sie hat zusammen mit Jigme Shitsetsang, dem Leiter Soziales der Stadt, Vertreter von allen Gruppierungen zusammengetrommelt. Der Workshop, der im «Marktstübli» abgehalten wurde, war bereits die dritte Zusammenkunft.

Ein Familienzentrum für alle mit jungen Kindern

Gestartet hat Helen Alder das Projekt Anfang 2017. Seither haben nicht nur Treffen stattgefunden, im vergangenen Sommer wurde auch eine Umfrage durchgeführt. Aus den Erkenntnissen des Austauschs und Kennenlernens konnte eine Strategie mit drei Hauptzielen abgeleitet werden: Vernetzung aller Angebote, Schaffung eines Familienzen-trums und eine verbesserte Öffentlichkeitsarbeit.

Gestern Freitag haben die Vertreter bereits vertieft über diese Ziele sprechen können. «Das Interesse ist sehr gross», freut sich Helen Alder. Und der Austausch unter den Akteuren sei sehr wertvoll. Sie selber wolle als Nächstes andere Familienzen-tren anschauen gehen. Man wolle herausfinden, welche Bedürfnisse wie abgedeckt werden können. Im Kanton sind in jüngster Zeit einzelne solcher Zentren entstanden, die der Kanton seit 2015 ideell und finanziell unterstützt. Mit solchen Einrichtungen soll jungen Familien geholfen werden. «Eltern mit Kindern zwischen null und vier Jahren befinden sich in einer empfindlichen Zeit, in der sich viele Fragen aufdrängen und der Austausch mit anderen jungen Eltern sehr wichtig ist», sagt Helen Alder. Gerade Zuzüger hätten es nicht leicht, Bezugspersonen zu finden oder neue Bekanntschaften zu schliessen. Deshalb wolle man mit der «Strategie Frühe Kindheit Gossau35» auch niederschwellige Angebote fördern.

Bis Projektschluss dürfte es trotz aller Beflissenheit noch dauern. Und eine Frag drängt sich besonders auf: Wo soll das angedachte Familienzentrum untergebracht werden? Helen Alder kann die Frage nicht beantworten, nennt aber ein Beispiel: «Das Marienheim könnte sich dafür eignen.»


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