Sie packen seit 30 Jahren mit an

GOSSAU ⋅ Zwei der Helfer des Gossauer Weihnachtslaufs gehören beinahe zum Inventar: Drei Jahrzehnte lang haben sie den Lauf mitverfolgt und dabei schon Kurioses erlebt.
29. November 2017, 07:13
Raphaela Roth

Sie sind regelrechte Urgesteine des Gossauer Weihnachtslaufs: Andreas Bachmann und Thomas Sutter sind seit 30 Jahren zwei der vielen Helfer, die das Grossereignis in Gossau ermöglichen. Dass die beiden zu Helfern wurden, geschah praktisch durch Zufall.

Der heute 54-jährige Andreas Bachmann hat damals in Gossau gewohnt und war seit 18 Jahren im Turnverein. Eines Tages wurde er angefragt, ob er bei der Bauequipe mithelfen könne. «Da habe ich nicht ‹Nein› gesagt. Im Turnverein war ich auch immer zur Stelle, wenn Hilfe benötigt wurde», sagt Bachmann. Heute kümmert er sich um die Signalisation für den Weihnachtslauf. Bei einigen Läufen war er auch selber am Start. «Auf das Alter hin wurde das aber zu anstrengend», sagt er.

Sein Kollege Thomas Sutter kam über einen ganz anderen Weg zum Weihnachtslauf. Er ist Mitglied beim Eidgenössischen Verband der Übermittlungstruppen. «Ein Verbandskollege war beim Weihnachtslauf für die Beschallung und den Funk zuständig», sagt Sutter. Als er zurücktrat, wurde Sutter sein Nachfolger. Heute hat er ein Team von 15 Helfern unter sich. «Trotz der vielen Arbeit kommen wir nie ins Schwitzen. Alles ist immer militärisch durchgeplant», sagt der ehemalige Lehrer.

Zum unfreiwilligen Zuschauer gemacht

Und doch gab es Momente, die wohl so nicht geplant waren: «An einer Strasse haben wir einmal eine Leitung auf Fensterhöhe montiert – mit freiem Blick in ein Schlafzimmer eines Pärchens», erzählt Sutter. Als sich die selbe Szene Jahr für Jahr wiederholte, war klar: «Die waren offenbar auf der Suche nach Publikum!». Seither dürfe kein Minderjähriger die Leitung an diesem Haus befestigen, sagt er lachend.

Solche Erinnerungen verbinden die beiden Männer, die sich auch persönlich kennen. «Wir waren einmal Nachbarn, wir wohnten gleich vis-à-vis», sagt Sutter. Und Bachmann ergänzt: «Der Weihnachtslauf bringt den ganzen Kollegenkreis einmal im Jahr zusammen.» Dass sie einmal aufhören als Helfer, können sie sich jetzt noch nicht vorstellen. «Wenn wir gehen, dann gehen wir zusammen, oder?», fragt Bachmann seinen Kollegen Sutter schmunzelnd.

Raphaela Roth

raphaela.roth@tagblatt.ch


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